1. Mai – Tag der Arbeit?

Der Jubelbeitrag in der ZEIT kommt mir gerade zur rechten Zeit, denn mein Nichtvertrauen in Gewerkschaften hat sich in den letzten Jahrzehnten eigentlich noch verschlimmert, statt sich zu bessern. Was man heute so an Gewerkschaften kennt, sind aufgeblähte Bürokratien in uneinnehmbaren ‘Burgen’ und viele der Herren und Damen sind wie Beamte, denen man so gar nichts am Zeug flicken kann, die echten Malocher sind in der Unterzahl und die Technokraten sitzen auf ihren gut gepolsterten Bürostühlen, während die Oberbonzen wohl bei den Regierenden ein und aus gehen und sich mit verquasten Statements ab und an im Fernsehen zu Wort melden, nur damit ihr Gesicht ja nicht vergessen wird, wenn die nächste Wahl ansteht.

Die Arbeitnehmerorganisationen sind aus guten Gründen längst wieder im Aufwind. Zu den Demos am 1. Mai wird der DGB zwar auch in diesem Jahr keine großen Massen locken, dazu ist diese Tradition einfach zu angestaubt. Aber wo es wirklich zählt, in den Betrieben, da können die Gewerkschaften mobilisieren. Und wie! Gerade haben sie im öffentlichen Dienst eine ansehnliche Lohnerhöhung durchgesetzt. In den nächsten Wochen werden sie in der Metall-, Elektro- und Chemieindustrie Ähnliches erreichen. Die Arbeitnehmer und ihre Lobby sind wieder am Drücker. Und das ist eine gute Nachricht.

Quelle

Dieses Zitat aus der ZEIT kommt mir wie blanker Hohn vor mit seinen Jubelarien, denn in Wirklichkeit ist bei den Tarifverhandlungen mal wieder ein äußerst fauler Kompromiss? rausgekommen, denn die sogenannten Lohn- und Gehaltserhöhungen reichen noch nicht mal aus um die galoppierende Inflation auszugleichen. Seit Beginn des Jahres sind viele notwendige Kosten wie Energie und Lebensmittel mit den Preisen fast durch die Decke geschossen.

Produktivität viel höher als 1991

Die deutschen Arbeitnehmer sind in den vergangenen 20 Jahren deutlich produktiver geworden. Die von den Beschäftigten im Schnitt erbrachte Wirtschaftsleistung sei zwischen 1991 und 2011 um 22,7 % gestiegen, berichtete das Statistische Bundesamt in Wiesbaden.

Die Lohnkosten pro Arbeitnehmer stiegen im selben Zeitraum um 47,5 %. Da im Schnitt deutlich weniger Arbeitsstunden geleistet wurden, stieg die Produktivität pro Stunde in dem 20-Jahres-Zeitraum sogar um 34,8 %. Die Kosten für die Arbeitsstunde wuchsen um 63,4 %.

Quelle: ARD Videotext vom 01.05.2012

Wirklich was hängen geblieben ist aber bei den Arbeitnehmern, ist wesentlich weniger, als diese Zahlen ausdrücken. Welche Steigerungen werden da wohl noch angestrebt, wenn man dann solche Beiträge lesen muss?

Den Druck auf die Politik für einen gerechten Mindestlohn kann ich fast immer nur von den Gewerkschaften als Alibi-Veranstaltung erkennen. Viele Bla-Bla und heiße Luft, aber von echtem Druck keine Spur. Arbeitgeber werden am laufenden Meter entlastet von der Politik, während Arbeitnehmer immer stärker belastet werden und reihenweise wie die Fliegen nach einem Giftsprayangriff quasi vom Himmel fallen, nur unsere Gewerkschafter sitzen in ihren wohltemperierten Büros und lassen den lieben Gott einen guten Mann sein.

Die Gewerkschaften von heute sind ein aufgeblähter Wasserkopf aus Bürokratie und Selbstdarstellung.

Spruch von Michael Sommer heute auf einer 1. Mai-Kundgebung, seines Zeichens DGB-Vorsitzender: “Es ist die Arbeit, welche dem Menschen Würde verleiht.” – Ein “Arbeit macht frei” hatten wir ja schon einmal, und die Claqueure der Politik und der Arbeitgeber haben wirklich nichts anderes zu bieten als den lebenslängen Sklavenstand der Menschen? Armes Deutschland.

Wer höhere Steuern für Reiche fordert, aber keine Abschaffung von immer weiter ausufernden Subventionen, dem spreche ich einfach seinen notwendigen Verstand ab und nenne ihn einen willfährigen Idioten.