AlterKnacker`s Presseschau Nr.49

08:15 Uhr, noch keinen Kaffee getrunken, aber mich juckt es in den Fingern. Nachdem ich mir gestern Abend noch diesen unsäglichen Beckmann im TV zu Gauck angetan habe und mich dann doch wieder geärgert habe, dass ich so dämlich bin, so etwas anzuschauen, obwohl ich ganz besonders Reinhold Beckmann als Totalversager auf dem Talk-Stuhl schon lange ausgemacht habe. Aber bei zweien seiner Gäste, Sahra Wagenknecht und Jakob Augstein, muss ich halt immer wieder zuhören, auch wenn sie oft nicht in dem Maße zum analysieren kommen, wie es ihnen eigentlich zustehen müsste. Intelligenz als Alibi im öffentlich-rechtlichen TV macht mich einfach wütend.

Noch wütender macht mich aber eine Tatsache, welche man dann so ganz nebenbei in den Schlagzeilen aus dem Internet filtert und sich dabei dann überlegen muss, wo ist eigentlich unsere gesamte Moral sozusagen ‘hin geflüchtet’. Nicht allein, dass wir von Bankstern und Finanzjongleuren immer weiter abgezockt wird, nein, bestimmte Staatsdiener und auch bestimmte Etagen in der Wirtschaft lassen sich einfach schmieren und werden noch nicht einmal rot dabei. Dass sie damit uns allen nur schaden, wird einfach ausgeblendet und die Medien nehmen auch keine besondere Notiz von diesen Abläufen. Da sind mir sogar Schwarzarbeiter lieber, denn die packen wenigstens in den meisten Fällen zu und an, um etwas zu reparieren zum Beispiel.

Das nachfolgende Thema könnte mich jedoch möglicherweise versöhnen, tut es dann doch aber nur oberflächlich. Die Grünen bekommen endlich die Quittung für ihre unsägliche Arroganz. Natürlich wird sich nichts grundlegendes ändern in der Politik in diesem Land, aber solche Dämpfer sollen ja manchmal recht heilsam sein, wenn man sich die Mühe macht, die Auswirkungen auf die Zukunft auch richtig zu interpretieren.

WIR ‘glauben’ an den Weihnachtsmann, an den Osterhasen, manchmal auch an eine Religion, aber glauben WIR wirklich an eine echte Insolvenz von einem Handelsgeier wie Anton Schlecker? Ich, und ich denke auch einige Andere jedenfalls bestimmt nicht. Ich zum Beispiel bin Realist und als solcher kann ich nur sagen, sauber geht hier NICHTS über die Bühne. Die Angestellten und Arbeitnehmer insgesamt sind die Gekniffenen, die Familie Schlecker wird garantiert nicht am Hungertuch nagen oder gar, als Ultima Ratio, beim Job-Center vorsprechen, um Hartz IV zu beantragen.

Der ‘Glaube’ an Reichtum allein reicht nun mal alleine nicht aus, um ohne immer wieder neue Visionen diesen auch zu erhalten und möglicherweise sogar zu steigern. Altes Denken erhält keinen Bestand.

Von derzeit etwa 5400 Schlecker-Filialen sollen nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters Arndt Geiwitz 3120 Märkte erhalten bleiben. 282 Verkaufsstellen würden noch einmal überprüft. Etwa 12.000 Mitarbeitern soll die Kündigung ausgesprochen werden.

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Arbeitet man sich durch das Net, so bekommt man sehr schnell den Eindruck, so sieht die Krise wirklich aus und WIR alle haben keine Chance gegen diese Raff-Geier. Aber Widerstand formiert sich immer mehr. Ob Occupy oder auch nur ein relativ kleiner Beitrag in der New York Times, jeder dieser ‘Tropfen’ höhlt den Granit Finanzkrise immer mehr.

Als letztes Thema heute ist mir die sogenannte Frauenquote über den Weg gelaufen, das Stiefkind-Thema im politischen Alltag. Als ich letzt im TV einen Bericht sah, wie unsere Bundesfamilienministerin sich nach Tunesien begab, um mit dortigen Frauen nach ihrer Revolution im letzten Jahr ihre Rolle als Frau in einer neuen Gesellschaftsordnung zu sprechen und sich Anregungen zu holen, habe ich im ersten Augenblick erst mal meinen Hut gezogen und gedacht, alle Achtung, diese Kristina Schröder ist ja doch nicht so verblendet, wie sie zum Teil in der Öffentlichkeit rüber kommt. Jetzt muss ich mich doch etwas korrigieren, denn ihr Beitrag im TAGESSPIEGEL ist gerade keine Glanzleistung zu diesem Thema, denn es wird wohl immer über Quoten im Management und in den Führungsetagen debattiert, aber es sollte doch grundsätzlich von ALLEN Frauen die Rede sein. Sie versucht es wohl ansatzweise, aber kann sich der männlichen Herrschaft besonders in der CDU einfach nicht entziehen. So was nenne ich schlicht und ergreifend Feigheit.

So, das war es erst mal für heute, denn ich will diesen schönen Tag und die neue Frühlingswerte in der Stadt noch genießen.

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AlterKnacker

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Ein Mensch, der denkt und schreibt. Nicht immer lustig, aber das Leben ist ja auch kein Beliebtheitswettbewerb.

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