Sind diese Jubelfeiern gerechtfertigt?

Unser Land steht vor Tarifverhandlungen, die Gewerkschaften blasen im Zusammenspiel mit der Politik wieder mal die Backen auf. Gibt es wirklich noch Gewerkschaften, die man als echter Kämpfer für die Arbeiterklasse bezeichnen kann? Ich höre wohl seit Jahren immer nur ein dumpfes Blubbern, aber ansonsten sind diese Herrschaften schon ziemlich lange in ihre eigene Selbstbeweihräucherung abgetaucht.

Rekord! Rekord! Rekord! So dröhnt es aus allen Ecken der Autoindustrie. Nie wurden mehr Autos verkauft, noch nie mehr Gewinn eingefahren. Und noch nie haben die Mitarbeiter so stark davon profitiert: Fünfstellige Prämien sind in diesem Jahr drin, so ist aus der Branche zu hören. Pro Kopf wohlgemerkt. Das hat die Welt noch nicht gesehen. Und da in den Betrieben keine Investmentbanker-Gehälter gezahlt werden, sind 8000, 10000 oder 12000 Euro obendrauf für den Einzelnen viel Geld. An diese Marke würden die Prämien heranreichen, bestätigt Jörg Hofmann, IG-Metall-Bezirksleiter im Südwesten, außerdem Aufsichtsrat von Daimler und Bosch: „Der Schlag Sahne obendrauf schmeckt gut.“

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Gewerkschaften und Politik lassen sich von den Medien einhellig bejubeln, aber mir persönlich gefallen diese Jubel-Arien diesmal überhaupt nicht, denn sie fühlen sich nicht echt an. Genau so wenig wie die steigenden Werte unserer Super-Kanzlerin. Die Frage, ob es mal wieder einen Medien-Gipfel mit der Kanzlerin gegeben hat, spare ich mir, denn eine ehrliche Antwort werde ich sowieso nicht bekommen.

Immer wieder muss ich auch im Zusammenhang mit den Gewerkschaften an einen gewissen Wolfgang Clement denken, welcher ja in seiner Zeit in der sozial-liberalen Koalition als Superminister für Arbeit und Soziales und andererseits als Wirtschaftsminister werkelte und sich so die ‘richtige’ Connection vorbaute im Falle seines Ausscheidens aus der Politik. Aber als verbaler Stinkstiefel wird er hoffentlich noch in sehr langer Zeit in Erinnerung bleiben und allein, wenn ich an seinen Wortschatz denke, kommt mir sehr schnell Kackbraun in Erinnerung.

Natürlich hat der katastrophale Umbau unseres Sozialstaates, welcher jetzt als Erfolg allenthalben gefeiert wird, schon viel früher angefangen, aber das Zusammenspiel von Gewerkschaften und Politik hat nicht immer eine fruchtbare Symbiose hervorgebracht, denn das Pöstchen-Geschacher hat den echten Malochern mehr geschadet als genutzt.

Seit Jahren haben die Gewerkschaften für die Arbeiter und Angestellten Wasser gepredigt, aber sich selbst den Schampus reingeschüttet. Natürlich steht unser Land auf den ersten Blick wirtschaftlich besonders gut da, aber auch nur auf Kosten der Staaten, welche dadurch immer mehr in eine Schuldenkrise gerutscht sind und selbst wir in Deutschland haben Schulden aufgehäuft, welche durch nichts mehr aufzuhalten sind, denn durch ein mehr als kurzfristiges Denken werden diese Schulden immer größer. Echte Visionen sind an keinem Horizont zu entdecken und sollten sie sich doch mal zu erkennen geben, werden sie sehr schnell zur Seite gedrängt und notfalls mit Gewalt unter der Decke gehalten, da nützen auch neue Parteien und/oder Konstellationen rein gar nichts mehr. Die Wenigen, welche versuchen, diesem Treiben Einhalt zu gebieten, werden quasi wie Aussätzige behandelt und selbst die sogenannte unabhängige Justiz wird von den Mächtigen in der Politik einfach ignoriert.

Solidarität unter den Gewerkschaften ist inzwischen zu einem Fremdwort geworden, wie man an dem Arbeitskampf dieser winzigen Gewerkschaft des Sicherheitspersonals am Frankfurter Flughafen leicht erkennen kann. Statt sie zu unterstützen, wird sie als Winzling verlacht. Wer so handelt, ist einfach schäbig.

Noch immer ist das Volk ruhig, was nicht unbedingt was heißen soll, denn auch die Medien tun ein Übriges dazu, dass bestimmte Wahrheiten schön unter den Teppich gekehrt werden. Aber der echte Knall zum Beispiel in Griechenland wird dann doch zu laut sein, als dass man ihn überhören könnte.

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AlterKnacker

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Ein Mensch, der denkt und schreibt. Nicht immer lustig, aber das Leben ist ja auch kein Beliebtheitswettbewerb.