Machbare Politik und ein gesundes Maß an Egoismus

Noch einmal ein Hinweis an UNSERE geschätzten LeserInnen: Die blauen LINKS sind oft wichtige Beiträge, welche mich zu diesem und auch anderen Beiträgen animiert haben, deshalb der Hinweis, dass sie es mehr als verdient haben, auch Beachtung zu finden.

Liest man das Interview mit dem CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer heute in der WELT, dann höre ich ganz deutlich ein Pfeifen im Walde heraus, denn auch wenn er immer wieder betont, wie toll unsere Bundeskanzlerin Landes- und €uropaweit agiert und zudem die FDP trotz miesester Umfragewerte sich wieder erholt, um dann 2013 eine Neuauflage von Schwarz-Gelb zu installieren, sein ‘eigenes’ Bundesland steht vor einem Umbruch in der Gesamtpolitik und er vor einem Wahlverlust wie ihn Baden-Württemberg schon erlebt hat. Schon Weltweit verändern sich die politischen Gegebenheiten, “Occupy” sei Dank und dies geht auch nicht an den Wählern in Deutschland und Bayern spurlos vorbei.

Steuersenkungen aus dem Fingerhut heraus sind für den Wähler und Bürger einfach nicht mehr als Wohltat zu begreifen, wenn auf der anderen Seite Schuldengrößen stehen, welche nachfolgende Generationen trotz kurzfristiger wirtschaftlicher Erfolge nicht auf eine Spur bringen, welche für alle Ewigkeit erhalten bleibt. Diese sogenannten derzeitigen Erfolge sind mehr als schwerst erkauft. Die Menschen haben inzwischen jegliche Perspektiven verloren und sie wissen es, Danke Agenda 2010 und einem SOZIAL-KILL, welcher von ihnen so nicht mehr hingenommen wird, nicht hier in Deutschland und in €uropa schon gar nicht. Und auch wenn wir ein Land sind, welches gerne für arme Menschen vielfältig spendet, so werden so manche Spenden inzwischen mehr als hinterfragt, denn auch wenn wir immer noch Entwicklungshilfe leisten, wenn auch mit einem Minister an der Spitze dieses Hauses, welcher dieses Amt eigentlich bei Antritt seiner Position abschaffen wollte. Auch in unserem Land und selbst im relativ reichen Bayern gibt es Menschen, denen es mehr als schlecht geht und die durch den SOZIAL-KILL vollkommen ins Abseits gedrängt wurden und keinen Ansatz mehr sehen, aus diesem Teufelskreis heraus zu kommen. Spenden für Waisenkinder in Burundi sind toll und sehr menschlich und der Betrag ist nicht von schlechten Eltern, aber wenn die Spender zum Beispiel statt einem €uro zwei gespendet hätten und diesen zweiten €uro für wirklich arme Passauer eingeplant hätten, wäre diese Menschlichkeit und Wohltat auch hier im Land und in der Stadt als Beispiel für vernünftige Wohltaten in die Geschichte eingegangen.

WIR teilen nicht mehr oder nur noch sehr ungern und schauen lieber auf publikumswirksame Außenwirkungen. Genau dies sollte sich schnellsten wieder ändern. Tue Gutes und sprich darüber sollte besonders bei Spendern gelten für die Menschen, welche sich nicht mehr selbst helfen können und da spielt es keine Rolle, ob die nun in Burundi oder sonst wo auf der Welt leben oder im eigenen Land.

Aber wir leben ja inzwischen lieber mit Peinlichkeiten von Menschen, die wir oder ein Teil von UNS einmal gewählt haben. In dieser Situation können wir uns als Gut-Bürger selbst auf die Schulter klopfen und uns im Spiegel hämisch angrinsen, denn WIR sind ja nicht so. Nur, WIR sind nur Egoisten pur und da sollten wir uns dann schon fragen, lohnt sich so ein Denken und Leben wirklich? Wollen WIR wirklich solche Beiträge lesen müssen, welche uns in einem Licht zeigen, dass mehr an eine Funzel erinnert, als ein strahlendes Licht der Menschlichkeit? Echte Menschlichkeit kann sich auch in der realen Politik ausdrücken, wenn man wie ich heute Nacht ein Gespräch mir hier am Computer angeschaut habe welches mein Freund Martin Schnakenberg in seinen Blog gesetzt hat und eine Politikerin von einer Seite zeigt, wie WIR sie so noch nie gesehen und gehört haben. 60 Minuten, von denen keine einzige auch nur annähern verschwendet war.

Diese Art des Denkens und Handelns in der Politik ist inzwischen so rar geworden wie die seltenen Erden, welche manche Industrien brauchen, um bestimmte Produkte zu produzieren. Politik ist keine Zauberei und sie ist auch nicht unverständlich, sie wird nur oft genug missverstanden oder einfach nur beschissen nach außen hin verbreitet. Wir haben fast alle nur gelernt, in Schubladen zu denken und wenn wir dann unseren Geist eigentlich öffnen sollten, dann sind wir hilflos wie die Babys. Natürlich sind wir nicht alle gleich und die wirklich Intellektuellen müssen dann, wenn sie gefordert sind, etwas zu erklären, einen oder zwei Gänge zurückschalten und in einer Sprache sprechen, welche auch Menschen verstehen, die nicht mit einem starken Intellekt gesegnet sind. Ich persönlich merke es oft genug bei mir selbst, wie dämlich ich mich manchmal verhalte, wenn ich ein Gegenüber habe, welches mir intellektuell über- oder unterlegen ist. Dann bin ich oft genug völlig verunsichert, im positiven wie auch im negativen Sinne und meist reagiere ich aggressiv. Dämlich, aber menschlich. Nobody is perfect.

Politik in der heutigen Zeit wird immer noch praktiziert wie vor hundert Jahren, das Schema hat sich nicht wirklich geändert, nur die handelnden Personen haben sich natürlich verändert, aber nicht ihre Denkweise. In unserem Land Land haben Parteien mit ideologischen Ausrichtungen das Heft in der Hand, mit Strukturen, welche nur auf Machterhalt geprägt sind und Ideologien sind noch schwerer auszurotten als Kakerlaken. Schaut man sich den derzeitigen Vorwahlkampf der Republikaner in den USA an, fragt man sich hier in €uropa sofort, wie solche Vollidioten sich eigentlich einbilden und erlauben können, Menschen ‘führen’ zu wollen. Wenn man die Millionen-Ausgaben für diesen Wahlkampf alle zusammenaddieren würde, käme eine Summe heraus, welche eine sehr große Anzahl an Arbeitsplätzen herstellen würde, denn genau diese fehlen ja in den USA. Hier werden Summen einfach für Vollpfosten verschleudert, welche es noch nicht mal verdient hätten, in einem Pförtnerhäuschen die Leitung zu übernehmen.

Nimmt man aber zum Beispiel den Konflikt in Syrien, dann kann man leicht erkennen, wie Politik im Realen tatsächlich zu ‘funktionieren’ hat. Der Protest in Syrien wird gerade von den westlichen sogenannten Demokratien schon länger sehr gerne für eigenes Versagen genutzt und jegliche Sanktionen gegen dieses menschenverachtende Regime verpuffen wie ein Furz im Wind; noch nicht mal der Gestank wird beachtet.

Die Protestierenden wissen, dass sie getötet werden können und es gibt genug Beispiele in der Geschichte, wo es genau so war und auch immer wieder sein wird (daran sollte übrigens auch ein gewisser Herr Putin denken). Wenn man also sehenden Auges sich trotzdem dem Protest anschließt auf der Straße, dann hat der Diktator in den meisten Fällen einfach Grenzen überschritten, welche das Volk im allgemeinen in keiner Weise mehr toleriert. Nur Idioten, welche dort an der Macht sind, machen einfach weiter und denken nicht nach. Sie vergessen dabei aber, dass sie niemals gegen einen Massenmacht wie das Volk ankommen, selbst wenn sie noch so viele töten; Libyen sollte uns allen als Beweis gelten, auch wenn hier fremde Militärs natürlich einen großen Einfluss hatten, aber da ging es auch in erster Linie um wirtschaftliche Interessen, welche es in Syrien in dieser Form gar nicht gibt; hier sind die direkten politischen Interessen im Zusammenhang mit Israel und den Palästinensern von wesentlicher Bedeutung. Außerdem hat hier der Iran sowie Russland ein gewaltiges strategisches Interesse, da Syrien einen direkten Zugang zum Mittelmeer hat.

Dass der normale Syrer schon seit einem dreiviertel Jahr Tag für Tag dem Tod trotzt oder aber auch getötet wird, hält in der Gesamtheit des Volkes niemanden mehr auf und es geht dabei noch nicht mal um den Begriff DEMOKRATIE, es geht in erster Linie ganz einfach um FREIHEIT, frei sein besonders von diesem Herrn Assad.

Fakt ist, wieder wie in solchen Situationen üblich, Befehl und Gehorsam wie in den meisten Fällen von Machterhalt und dabei wird die Machtpyramide bis auf das Äußerste ausgenutzt und ausgereizt. Unabhängige Medien sind in diesem Prozess schon von Anfang an nicht zugelassen und so ist die Opposition in Syrien über allerlei Kniffe und Tricks auf das Internet angewiesen. Der Machtkampf ist dort wie ein Schachspiel organisiert.

Das größte Problem in diesem Land sind die unter einander verfeindeten verschieden Gruppierungen, welche nicht nur in den politischen Bereichen gegeneinander arbeiten, sondern auch anders als in anderen arabischen Staaten auch noch eine größere Anzahl an religiösen Gruppierungen repräsentieren. Dieses Gewirr um Macht und Einfluss macht es besonders schwer, hier eine einigermaßen einheitliche Linie zusammen zu bekommen. Syrien ist aber auch ein Totalversagen der in New York angesiedelten Staatengemeinschaft.

Manchmal frage ich mich selbst, ob es nicht besser wäre, ALLE unsere Staatenlenker und die, die es werden wollen, einfach mal vier Wochen in das sogenannte DSCHUNGEL-CAMP zu schicken, damit sie sich austoben können. WIR würden garantiert ‘Wunder’ erleben.