Deutsche für den ultimativen Kill?

Eine Nachricht, welche ich heute bei Heise lesen musste, löst als erstes mal bei mir ein ultimatives Kopfschütteln aus. Hier der besagte Beitrag:

ZDF-Umfrage: Deutsche wollen Geheimdienst-Morde zur Gefahrenabwehr

Silvio Duwe30.01.2012

Besonders junge Deutsche sprechen sich für gezielte Tötungen aus

Eine repräsentative Telefonumfrage des ZDF, die die Forschungsgruppe Wahlen vom 2. bis zum 8. November des vergangenen Jahres durchführte, bringt eine ebenso erstaunliche wie erschreckende Erkenntnis über die Einstellung der Deutschen zu ihren Geheimdiensten zu Tage. Laut der Umfrage möchte die Mehrheit der Deutschen, nämlich 54 Prozent, dass deutsche Geheimdienstagenten zur Gefahrenabwehr töten dürfen.

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Sind wir, die Bevölkerung, jetzt auf dem Weg in den kompletten Wahnsinn?

 

Gerade wir als Deutsche waren nach der kackbraunen Schreckensherrschaft und der danach abgeschafften Todesstrafe bisher eher im Konsens, dass gezieltes Töten keine Probleme löst. Wie kommt es zu diesem barbarischen Umdenken?

Mein erster Gedanke war diesmal, wir als Deutsche spielen zu viele Killerspiele, was natürlich bei genauerem Nachdenken völliger Blödsinn ist, denn 80 Millionen Menschen spielen hier nun mal nicht. Auch in der repräsentativen Auswahl bei der Umfrage schätze ich mal die Spiele auf gerade mal 10%, nur wo kommen die anderen Befürworter dann her? Ein weiteres Zitat aus dem gleichen Beitrag gibt eine Erklärung vor:

Das Umfrageergebnis zeigt, wie stark die Angst vor dem Terrorismus, die auch von eifrigen Innenpolitikern immer wieder gern geschürt wird, um neue Sicherheitsgesetze und Einschränkungen der bürgerlichen Grundrechte zu begründen, das Denken der Bevölkerung prägt: Insbesondere junge Menschen, die seit dem 11. September mit den ständigen Terrorwarnungen konfrontiert wurden, haben offenbar keine Bedenken den Geheimdiensten eine Lizenz zum Töten auszustellen.

Politik schürt gezielt Angst. Aber nicht nur dies allein, Politik schert sich immer weniger um unser Grundgesetz und dies setzt sich in den Köpfen nun einmal fest. Keiner dieser sogenannten Befürworter einer solchen Todesstrafe denkt über den Tellerrand hinaus, denn solche Art von Strafen können sich sehr leicht verselbstständigen und dann auch plötzlich Anwendung finden für Taten, welche diese Art der sogenannten Bestrafung keineswegs rechtfertigen.

Haben wir Menschen, besonders wir Deutschen, denn überhaupt nichts gelernt? Oberflächlich betrachtet, nicht besonders viel. Mir wurde heute schon zu diesem Thema die Frage gestellt, welche sogenannte Kategorie Bürger diese sogenannten Befürworter eigentlich sind, aber diese Antwort geht schon aus dem Telepolis-Beitrag nicht konkret hervor, sodass man nur Spekulationen anstellen kann, welche alles Mögliche bedeuten können und somit völlig unbrauchbar für eine wirkliche Beurteilung sind und soziologisch damit auch unbrauchbar.

Töten ist eine für mich persönlich zu einfache Lösung und im Endeffekt mir auch zu bequem, aber vielleicht soll es ja gerade einfach als Endlösung herhalten, weil wir ALLE inzwischen nur nach solchen Lösungen streben und uns persönlich nicht mehr wirklich anstrengen wollen. Vorbilder, besonders aus der Gesellschaft und besonders der Politik haben wir ja täglich vor Augen, besonders wenn es um echte Verantwortung geht. Ich persönlich hoffe nur, dass ich niemals vor die Wahl gestellt werde, über solche Überlegungen abstimmen zu müssen.