Zum ersten Mal 2012 wieder schreibend in der Stadt

Eigentlich sollte der Beitrag hier schon am 13.01.2012 erscheinen, aber ist einfach nicht fertig geworden und somit kommt er heute.

Zuerst mal was persönliches. Normalerweise komme ich einmal die Woche in die Stadt, setze mich in mein Lieblings-Café und schreibe meist einen Beitrag. Jetzt im neuen Jahr hat es bis heute gedauert, bis ich in die Stadt musste, da ich auch noch von der Post eine Sendung abholen musste.

Die Begrüßung im Café war überaus herzlich, ich wurde also schon fast vermisst. Ein schönes Gefühl, was für mich derzeit eigentlich nicht mehr alltäglich ist und ich genieße es ungemein, zumal ich dann doch einen gewissen Abstand zum Obdachlosenasyl herstellen kann. Die Bedienungen hier im Café wissen von der Danziger Straße und doch werde ich wie ein VIP behandelt, auch wenn meine Zeche nie ein bestimmtes Maß überschreitet, aber heute überschreite ich mein gesetztes Limit um mindestens 4 €uro und es ist mir scheißegal.

Hier im Café lasse ich mich oft genug von den Gästen inspirieren, auch von der Laufkundschaft, welche nur schnell etwas holen wollen und auch ganz schnell wieder verschwunden sind. Allein schon die unterschiedlichsten Charaktere können für die Phantasie sehr ansprechend sein. Als ich gerade vorhin eine Zigarette rauchen ging (man muss dabei die Örtlichkeit nach draußen verlassen – Scheiß Nichtrauchergesetz), standen kurz darauf vom Nachbartisch zwei Herren auf und sprachen die Bedienung auf meinen Tisch an. Ich konnte es von außen sehen. Als sie mich dann draußen sahen, sagten sie, sie wären schon verwundert, dass der Laptop jetzt schon ganz allein einen Cappuccino bräuchte. Nach meiner Bestätigung waren mir einige Lacher gewiss. So ein Rentnerdasein kann auch seine guten Seiten haben.

Airbus, VolkswagenChart zeigen, BMWChart zeigen – es gibt heute kaum einen Konzern in Deutschland, der ohne Leiharbeiter auskommt. Entsprechend stark ist die Zahl der Beschäftigten dieser Gruppe zuletzt gestiegen. Ende Juni 2011 waren laut Bundesagentur für Arbeit rund 910.000 Zeitarbeiter in 17.400 Verleihbetrieben beschäftigt. Das seien 103.000 oder fast 13 Prozent mehr gewesen als ein Jahr zuvor, meldet die Bundesagentur. Verleihbetriebe vermitteln ihre Angestellten weiter an Firmen wie BMW & Co.

Quelle: Hier weiterlesen

Dass ich persönlich heute nicht mehr arbeiten muss, bringt mich aber nicht dazu, die Arbeitswelt aus den Augen zu verlieren, denn der FIWUS hat es sich nun mal auch zur Aufgabe gemacht, immer wieder in Solidarität mit sogenannten Minderheiten sich zu engagieren und Zeitarbeiter sind inzwischen die Parias der Arbeitswelt. Für die Medien sind sie nur noch als Nachrichtenfutter interessant und ein Teil der Gesellschaft lehnt solche Menschen auch ab, da sie von der Politik nur zu gerne instrumentalisiert werden, aber fast nie im positiven Sinne. Die Arbeitswelt ist auch inzwischen zur Sklavenwelt geworden, weil die sogenannten Arbeitgeber nur noch auf den Profit schauen und die soziale Verantwortung und Wirklichkeit allein noch auf den Staat schieben und dann auch noch durch ihre Lobby einen Sozial-Kill betreiben, damit die die Gier bei ihnen ja nicht zu kurz kommt. Aber wir “Graswurzeljournalisten” (der Begriff ist mal wieder von einem Anderen) haben noch zu wenig Aufmerksamkeit, um was zu bewirken, aber trotzdem werden wir uns weiter die größte Mühe geben, dies zu ändern. Liest man unter dem gekennzeichneten Link, kommt man zu keinem anderen Ergebnis als ich persönlich und hat auch noch mehr Hintergrundinformationen, denn der Autor hat nun mal eine bessere Bildung und Hintergrundwissen als ich selbst.

Beiträge wie dieser sind auch ein Spiegelbild einer Gesellschaft und nicht nur dem eigenen Narzissmus geschuldet, auch wenn das eigene Ego gestreichelt wird,wenn man besonders viele Klicks darauf registriert. Wir Autoren haben Anliegen und zum Teil auch Forderungen, welche wir nur meist besser formulieren können, als andere Menschen. Für mich persönlich sind es Anliegen, welche diese Gesellschaft aufrütteln und zum Nachdenken anregen sollen und selbst wenn ich nur einen Leser überzeugen kann, dann bin ich zufrieden.

Jetzt habe ich noch das Vergnügen, auf eine Abstimmung aufmerksam zu machen, welche mir gerade per Mail reingeschneit ist, obwohl hier in Passau das Wetter eigentlich sehr trocken und relativ angenehm ist, auch wenn’s halt kalt ist.

Über den Autor

AlterKnacker

AlterKnacker
Ein Mensch, der denkt und schreibt. Nicht immer lustig, aber das Leben ist ja auch kein Beliebtheitswettbewerb.

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