Manchmal muss man zu einem Thema einfach einen Brief formulieren

Medien können nur senden und schreiben, wenn es auch Nachrichten und Hinweise gibt. Ich selbst brauche immer einen Input von außen, sonst wäre ich inzwischen Roman-Autor. Kommt ja vielleicht noch, Phantasie habe ich genug, aber noch bin ich nicht bereit dazu. Wenn jetzt also ein Parteimann der FDP die Medien als Verursacher der Parteikrise ausmacht, sollte man dem guten Mann schnellstens ein neues Gehirn verschreiben.

23.01.2012 09:26 Uhr Von Christian Tretbar

FDP-Bundestagsabgeordneter : Liberaler ruft zum Medienboykott auf

 

Der sächsische FDP-Bundestagsabgeordnete Joachim Günther hat einen Schuldigen für die Krise der Liberalen ausgemacht: die Medien. Jetzt ruft er zum Boykott auf.

Joachim Günther gehört sicher nicht zu den A-Promis der Liberalen. Aber wenn man bedenkt, dass der Sachse seit 1990 für die FDP im Deutschen Bundestag sitzt, gehört er doch schon zu den Urgesteinen der Partei. Vor der Wende war der Diplomingenieur Kreissekretär der LDPD, der liberalen Blockpartei in der DDR. Und natürlich macht sich so einer Gedanken über den Zustand der eigenen Partei, schließlich könnte es sein, dass zwar die liberale Blockpartei die DDR überlebt hat, die FDP aber ihre schärfste Krise seit der Wiedervereinigung nicht überstehen wird. Und Günther hat die Ursache für das Übel der Liberalen gefunden, einen Schuldigen ausgemacht: die Presse.

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Natürlich sind die Medien insgesamt, wie zum Beispiel auch der FIWUS, keine Chorknaben. Wäre ja noch schöner. Jeder Beitrag ein Loblied auf das Thema und keiner würde sich mehr für Nachrichten interessieren. Wichtige Themen würden nicht mehr in der Öffentlichkeit diskutiert, das “Dschungel-Camp” hätte gewonnen und auch der zum Teil unsägliche Boulevard-Journalismus.

Von Politikern, wie hier als Beispiel hergenommen, erwarte ich doch ein gewisses Maß an Intelligenz.

“Lieber Joachim Günther,

ich habe mir gerade erlaubt, Ihren sogenannten offenen Brief auf meinen Bildschirm zu holen und ich bin selbst erstaunt, dass Sie überhaupt des Schreibens und Formulierens mächtig sind. Dass Ihre sogenannte Medienschelte in dieser Form eine absolute Lachnummer ist, brauche ich UNSEREN Lesern nicht extra zu vermitteln, dass merken sie schon selbst.

In vielen Teilen dieses Briefes kann man herauslesen, wie frustriert Sie sind, selbst keine Beachtung in den Medien zu bekommen und endlich mal Ihren Frust loszuwerden.

Kritik an Medien ist immer auch Kritik an sich selbst, denn zu wirklich konkreten Politik-Vorschlägen sind Sie wohl nicht in der Lage. Ihre Hasstiraden zeigen nur eine Reaktion auf einen angeblich Geschundenen, der sich keiner Schuld bewusst ist und der dann um sich schlägt. Das ist natürlich auch eine Art von Wehrhaftigkeit, aber völlig sinnlos.

Sie sind angetreten, um Politik zu gestalten und was kommt bei Ihnen raus? Außer dass Sie monatlich einen gewissen Betrag auf dem Konto haben, kann ich nichts konstruktives zur Verbesserung für dieses Land erkennen, obwohl Sie dies ja mal Ihren Wählern versprochen haben haben. Wenn dieser Brief ihr ganzer Beitrag im deutschen Bundestag bleiben wird, werden Sie garantiert nicht in die Analen dieses hohen Hauses eingehen.

Zum Gestalten braucht es nun mal erstens ein Hirn und damit es arbeiten kann, auch relativ viel Phantasie. Sie haben wohl beides an der Garderobe des Bundestags abgegeben und danach nicht wieder zurück bekommen, weil Sie offenbar den Abholschein verschlampt haben.

Das Ihre Partei in solch einer Bredouille steckt, hat sie ganz alleine zu Verantworten und die Medien reagieren nur mehr oder manchmal auch weniger darauf (der FIWUS übrigens auch, die Beiträge sind über die Suchfunktion zu finden).

Ich persönlich erwarte jetzt keine Antwort, da ich mir schon vorstellen kann, wie diese aussieht. Meine Erwartung geht eher in die Richtung, dass Sie mal eine Klausur-Tagung mit sich selbst veranstalten und diesen Brief und auch Ihren eigenen noch einmal zu überdenken, in aller Ruhe und ohne Emotionen. Nachdenken soll manchmal ungeheuer helfen.

Mit freundlichen Grüßen

Über den Autor

AlterKnacker

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Ein Mensch, der denkt und schreibt. Nicht immer lustig, aber das Leben ist ja auch kein Beliebtheitswettbewerb.

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