Die CSU und die Patchwork-Decke €uropa

Patchwork kann hübsch oder hässlich aussehen, es kommt halt immer auf die Sicht des Betrachters an. Die meisten Flickenteppiche und Decken tun den Augen zuerst mal ziemlich weh, denn die bunt durcheinander gemischten Farben haben für sogenannte Ästheten keine besonders glückliche Einheitlichkeit und besonders im akkuraten Deutschland sind sie wie bizarre Gebilde angesehen. Schon die sogenannte Geschäftsmode der Herrn der Schöpfung spricht diese besondere ‘Sprache’. Schwarz und Weiß, wie es oft in den Büroetage großer Firmen, Banken und Konzerne vorherrscht, bestimmen auch das Denken.

Viele von UNS, der Bevölkerung, sind mit diesen Denkschemata aufgewachsen und werden auch damit beerdigt. Was nicht von UNSERER Art ist, wird abgelehnt. Aber nichts davon ist ein unveränderliches Naturgesetz. Wir werden so erzogen, von klein auf. Erst wenn wir das wirkliche Nachdenken anfangen, beginnt ein Prozess der Metamorphose im Gehirn, sollte man wenigstens annehmen. Optimal wäre dies, wenn es bei allen Menschen gleich wäre, damit wären schon einmal Begriffe wie Vorurteile und Fremdenfeindlichkeit zumindest nicht mehr so einfach in Köpfe/Gehirne zu verpflanzen. Genauso ist es übrigens mit den Begriffen schwach und stark.

Angeregt zu diesem Beitrag wurde ich von einer Schlagzeile aus dem Handelsblatt über die CSU. Natürlich sind solcherlei Aussagen fast ausschließlich einem kommenden Wahlkampf geschuldet und haben noch nicht mal die Halbwertzeit eines Furzes. Ich persönlich weiß aber auch, dass in dieser Partei nicht nur ‘Schrumpfköpfe’ agieren, nur die derzeitige Angst vor einem totalen Machtverlust dieser Partei, welche in Bayern jetzt seit Urzeiten regiert, lässt solche Aussagen überhaupt entstehen.

Ohne dieses bunte €uropa wäre Bayern immer noch ein Bundesland der Bauern und Bierbrauer und kein Industrie- und Innovationsstandort. Aber die Freistaatspartei CSU hat wie alle Parteien, welche sich sehr lange an der Macht halten, das Grundproblem; sie kann sich eine Zeit ohne Macht einfach nicht vorstellen, denn Macht hat ein ungeheures Suchtpotential und Süchte müssen ständig befriedigt werden. Also muss immer daran ‘gewerkelt’ werden, dass diese Macht nicht abhanden kommt.