Der Bundespräsident – beschädigt

Christian Wulff als Bundespräsident war von Anfang keine Wahl der Deutschen, er war die Wahl einer einzigen Person, der Kanzlerin Angela Merkel. Macht ‘bestimmt’. Von Demokratie ist weit und breit nichts mehr zu sehen und zu hören. Als die Frauen und Männer 1948 das Grundgesetz schufen, war davon nichts vorgesehen, die wirkliche Macht sollte von Volke ausgehen. Das Grundgesetz war nicht als dauerhafte Verfassung gedacht und auch absichtlich nicht so bezeichnet.

Der Bundespräsident als sogenanntes Staatsoberhaupt hat nicht nur eine besondere Stellung im Staat, es soll auch für alle Bürger als Vorbild in jeder Beziehung dienen. Bisher war jeder Bundespräsident vorher auch Politiker, also in vielen Fällen für den normalen Bürger keine gute Ausgangsposition, denn die sogenannte Wahl wurde auch immer von anderen Politikern quasi bestimmt und zum Teil regelrecht ausgekungelt. Die ‘Sippschaft’ wollte immer unter sich bleiben, damit auch ‘ die Leichen im Keller’ dort blieben, wo sie hin gehören. Früher konnte man sich ja noch im Großen und Ganzen auf die freie Presse verlassen und wenn etwas faul war, dann haben es die Medien auch ausgegraben. Bedauerlicherweise ist es heute genau das Gegenteil. Ein Auftritt bei den Mächtigen in diesem Land hat inzwischen seine ‘Kosten’.

Wenn heute sozusagen etwas an die Öffentlichkeit kommt, dann sind dies meist Kollateralschäden, welche nur noch durch Zufall und durch die Auflagenstärke bestimmt wird. Je mehr Auflage, umso besser verkaufen sich die Werbeanzeigen. Die Gier bestimmt, was in den Schlagzeilen steht. Natürlich sind nicht alle Chefredakteure sozusagen ‘käuflich’, die berühmten Ausnahmen gibt es noch in ausreichender Menge, aber diese ehrlichen Journalisten sind inzwischen in der Minderheit und haben auch nicht mehr die Macht, ihre Unabhängigkeit wirkungsvoll zu verteidigen, denn die Herausgeber sind nun mal ihre Chefs und bestimmen, wie ein Rupert Murdoch, das Gesamtgeschehen ihres sogenannten Besitzes. Deutschland wird durch den Springer-Verlag dominiert. Solche großen Verlage bleiben nicht wie ‘Schuster bei ihren Leisten’, sie bestimmen heute die Gesamtpolitik der jeweiligen Länder und auch Staaten, nur dazu sind sie nicht ‘gewählt’, sie beziehen ihren Anspruch aus dem Verkauf und der Auflage ihrer ‘Produkte’. Dies ist in den meist westlichen Staaten so nicht gewollt, aber es wird fast uneingeschränkt von der Bevölkerung so hingenommen. Wir vom FIWUS stellen uns bewusst dagegen.

So kommen zum Beispiel auch dann Reden und Vorstellungen zustande, wie diese jetzige Rede des Bundespräsidenten zu Weihnachten 2011. Vorbilder sehen aber anders aus und lassen kleine Schmutzflecken auf der weißen Weste eines solchen Vorbild erscheinen. Natürlich ist Politik kein sauberes Geschäft, wie wir alle es schon lange wissen, aber wer solch eine Verantwortung trägt und sie auch ernst nimmt, steht zu seinen Fehlern und ist auch bereit, die notwendigen Konsequenzen zu tragen, wenn es nicht mehr anders geht. Wenn dann aber Beiträge wie dieser hier erscheinen, dann werden sich niemals Sauberkeit und Vertrauen in der Politik für den normalen Bürger zurück entwickeln lassen und das Misstrauen und die Abscheu vor solchen Machenschaften werden weiter das Gemeinwohl zerreißen. Was daraus im Endeffekt entsteht, hat die Geschichte schon mehr als einmal gezeigt.

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AlterKnacker

AlterKnacker

Ein Mensch, der denkt und schreibt. Nicht immer lustig, aber das Leben ist ja auch kein Beliebtheitswettbewerb.