Der Gott ‘Konsum’

Gerade gehört im TV, wenn ich was sehen will, muss ich mich vom Computer abwenden. Der Konsum weltweit läuft gut. Immer wieder müssen die Flachbildfernseher als Schlagwörter herhalten, als wenn sie was verbotenes wären. Sind sie aber nicht, denn rein technisch waren und sind diese Geräte ein echter Fortschritt, denn die klobigen Kisten, welche wir jetzt 60 Jahre als die Fenster zur Welt betrachteten, waren nicht gerade heilsam für unsere Augen. Jetzt können wir endlich wirklich scharf sehen, die bewegten Bilder kommen so an, wie man sie schon als Kameramann mit bloßem Auge sieht. Für mich natürlich ärgerlich, da ich nicht mehr als Kameramann arbeiten kann.

Aber der Konsum-Gott ist natürlich noch vielfältiger. Konsumieren müssen wir ja alle, denn zum Konsum gehört ja auch das schlichte tägliche Brot und fast hätte ich auch Butter geschrieben, aber die kann sich nur leisten, wer über die nötigen finanziellen Mittel verfügt. Ein beträchtlicher Teil unserer Bevölkerung kauft billigst ein, weil sonst die Monatsrationen hinten und vorne nicht ausreichen. Ein guten Zeichen ist, dass ein Einkauf bei einem Billigdiscounter heute nicht mehr sehr viel schlechter ist, als bei einem Markengeschäft.

Wir alle werden schon von Kindheit auf zum Konsum quasi ‘getrimmt’, denn die Versuchung für das Haben wollen wird für die Augen und Ohren, für die Geschmacksnerven und auch die Gier in großem Maße von ganz bestimmten ‘Experten’ der menschlichen Psyche erforscht und dann umgesetzt, nicht immer zum Vorteil des Menschen. Das Wissen um diese Vorgänge allein nützt aber nicht viel, denn die Verführungen, besonders durch Werbung ist in den meisten Fällen einfach stärker.

Wenn ich hier vom Gott ‘Konsum’ schreibe, so sehe ich die Manipulationen im gleichen Licht wie den Glauben an einen religiösen Gott, nur mit dem Unterschied, dass man diesen Gott niemals sieht und anfassen kann und nur durch einen reinen Glauben an ihn eine Manifestation erfährt. Die Gebote solch eines Gottes unterscheiden sich natürlich von denen des Konsums und haben inzwischen dazu geführt, dass immer weniger nach diesem Glauben leben und nur noch in einem geringen Maße diese Gebote nachvollziehen können. Einen Fernseher kann man ein- und ausschalten, ein Gott soll nach dem Glauben allgegenwärtig sein und wirken.

Für mich persönlich bedeutet Glauben nicht Wissen, dies sind die Erfahrungen, welche ich in meinem persönlichen Leben gemacht habe. Andere Menschen geben vor, dies genau anders herum zu erleben. Ich habe es mir aber zur Angewohnheit gemacht, diese anderen Menschen nicht einfach abzulehnen und ich bemühe mich auch, sie einfach zu akzeptieren, was mir als Realist aber auch nicht immer einfach fällt, denn Religionen, welche sich durch einen Glauben nähren, gibt es vielfältige auf dieser Welt und einige sind in ihren öffentlichen Aussagen und auch Taten nicht gerade dass, was man mit Menschenwürde in Einklang bringen kann. Damit meine ich besonders die Gewalt, die von ihnen ausgeht. Aber ich weiß, dass Gewalt von fast allen Religionen bisher ausgegangen ist, und diese lehne ich nun mal absolut ab, da ich sie als Kind selbst ertragen musste, ohne mich wehren zu können und wenn ich mich gewehrt habe, denn immer, indem ich mir selbst geschadet habe. Als Beispiel kann ich da einen ‘Konsum’ anführen, welcher absolut verboten war, denn ich habe gestohlen. Der Besitz brachte mir Befriedigung, das Erwischt werden brachte mir Prügel und auch andere Strafen wie das Gefängnis. Angst war ein ständiger Begleiter in meinem Leben und ist es dadurch weiterhin ein Begleiter, welcher sich einfach nicht abschütteln lässt, auch wenn ich heute nicht mehr stehle.

Mein eigener Trotz ist aber sehr stark und Gedanken kann ja gottseidank niemand verbieten, obwohl es garantiert Menschen gibt, welche dies sofort befürworten würden, denn sie lieben es, einfach Macht über alles und Alle zu haben. Ich persönlich gehöre zur Gemeinschaft der Menschen und doch bin ich kein Mitglied dieser sogenannten Herde.

Der FIWUS ist für mich die Plattform, um mich auszudrücken, wie es mir passt und es haben sich ja inzwischen noch andere Autoren mit eingebracht. Wer genauso denkt wie WIR, ist herzlich eingeladen, sich zu beteiligen, es besteht bis auf ganz wenige Ausnahmen keinerlei Zwang, regelmäßig Beiträge zu erarbeiten, da ich selbst weiß, wie schwer es manchmal sein kann, solche zu verfassen, denn jeder ist für seine Beiträge selbst verantwortlich, nur Kackbraun ist hier absolut nicht willkommen.