Die €uro-Krise ist notwendig

Geld ohne Gegenwert. Politik ohne Gewissen. Staaten und die dort lebenden Menschen von der Politik an die Finanzmärkte und sogenannte Wirtschaftskriminelle verkauft. 99% Loser und 1% Winner. Beiträge wie von Sahra Wagenknecht in der FAZ werden von Otto Normalo viel zu wenig gelesen und auch verstanden, dass liegt aber auch zum Teil am Text selbst, der eher für sogenannte Intellektuelle geschrieben wurde als für sogenannte Normal-Gebildete. Trotzdem ist er nicht falsch, auch ich musste ihn mehrmals lesen. Diskussionen im TV als sogenannte Talk-Shows bringen fast immer nur die gleichen Köpfe. Die Aussagen dort werden nur von einem kleinen Teil der Zuschauer wirklich verstanden. Der große Rest des TV-Programms ist fast nur noch reinste Volksverdummung, entweder durch Groschenheft-Niveau oder in den Privatsendern mit echten Beschiss am Zuschauer durch ein sogenanntes Realitäts-Fernsehen (auch “Scripted Reality (Pseudo-Doku) genannt), welches mit Drehbüchern vorgefertigt.

Frage: “Warum dieser Titel”?

Antwort: “Erst wirkliche Schmerzen führen auch zu echten Erkenntnissen”.

Wenn alles nur am Geld hängt oder zum Geld drängt, wo bleiben dann die wirklich menschlichen Werte? Natürlich wird es immer Menschen geben, denen materielle Werte wichtiger sind und bleiben als das Zwischenmenschliche. Aber die Gier nach immer mehr bedeutet ja auch, immer mehr Schulden, denn die große Mehrheit der Menschen wird nie diese Mittel haben, sich wirklich jeden sogenannten Wunsch erfüllen zu können.

Nehmen wir nur mal die Ärzte. Sie waren mal ein mehr als angesehener Berufsstand. Sie mussten lange studieren und hatten besonders, wenn sie sich dann selbstständig machen wollten, hohe Folgekosten. Und sie ergriffen diesen Beruf auch, weil sie Menschen helfen wollten. Dann erfand man die Ärzte-Lobby, weil sich die Ärzte-Verbände und Zusammenschlüsse nicht mehr selbst um ihre Interessen kümmern wollte und schon begann das Hauen und Stechen zuerst auf die Politik und später dann auf die Patienten. Obwohl der Verdienst eines Arztes schon immer höher war, als eines Briefträgers, kam die Gier zum tragen und durch die Lobbyarbeit in den Verbänden konnte die Gier auf Dauer eher befriedigt werden als die Gesundheit der Patienten.

Nur ein Beispiel: Ich hatte vergangenen Donnerstag einen Termin bei einem Neurologen. Der sollte feststellen, inwieweit mein Tremor (Zittern) mich beeinträchtigt im normalen Leben, denn es geht darum, dass für mich ein Platz in einer Einrichtung gefunden wird, wo ich wohl für den Rest meiner Tage versorgt bin. Der korrekte Weg zu so einem Platz ist vom Hausarzt zum Spezialisten, vom Spezialisten wieder zum Hausarzt, wieder zu einem anderen Spezialisten usw. Durch die ständigen politischen Veränderungen und sogenannten Reformen der Reformen im Gesundheitswesen kennt sich heute eigentlich keine Sau mehr aus, ganz bewusst von der Politik befördert, denn dumm stirbt schneller und ist damit für die Gemeinschaft kostengünstiger.

Zurück zu meinem Fall: Ich also beim Neurologen, er stellt bestimmte Fragen zu Vorerkrankungen, besonderes Augenmerk auf die Familie, ob dort schon diese Symptome festgestellt wurden. Ich verneinte, mit der Einschränkung, dass ich meinen richtigen Vater ja niemals kennengelernt habe und schon war für ihn der Fall klar, mein wirklicher Erzeuger musste der Urheber sein, was er auch zum Ausdruck brachte. Ein kurzer Ausflug auch die Untersuchungsliege, ich musste mich setzen, der Arzt nahm meine Hände und Arme ganz locker in die Hand, dann kam das berühmte Hämmerchen an den Knien zum Einsatz, das war die ganze Untersuchung. Eine Abfrage meiner Medikation nach meinem Herzinfarkt kam zum Schluss und dann wurde mir ein Medikament in Probepackung ausgehändigt mit der Mitteilung, diese 20 Tabletten aufzubrauchen und danach dem Arzt über die Wirkung zu berichten. Die gesamte Untersuchung und Diagnose war in 10 Minuten erledigt.

Der Beipackzettel hat mich eines Besseren belehrt, denn die Nebenwirkungen dieses Medikaments hatte ich schon bei einem anderen Parkinson-Präparat gelesen und dies dann auch nicht genommen. Lesen und auch verstehen kann ich immer noch und auch mit dem Computer schreiben. Mit der Hand auf Papier ist das leider nicht mehr möglich.

Jetzt stellen sich für mich gleich mehrere Fragen. Liegt es nur an mir und meinem Auftreten, dass ich von einem Menschen, der geschworen hat, anderen, kranken Menschen zu helfen, so ‘behandelt’ werde? Oder liegt es an der Gleichgültigkeit des Arztes gegenüber seinen Patienten und ihren Gebrechen, welche sie sich bestimmt nicht ausgesucht haben? Oder liegt es nur daran, so viele Patienten wie möglich abzufertigen, damit nur ja die Kasse stimmt?

Ich gehe mal von allen drei Faktoren aus, denn ich bin eigentlich schon immer recht skeptisch gegenüber Ärzten gewesen, seit sie mich mit 8 Jahren bei einer Lumbalpunktion derart gequält haben, dass ich dies niemals vergessen konnte. Bei den beiden anderen Faktoren sind die meisten anderen Patienten in der Mehrzahl betroffen, wenn sie nicht die sogenannte ‘richtige’ Versicherungsform haben. Das sind einfach Fakten, auch wenn sie vehement bestritten werden.

Dazu passen wunderbar dann die Nachrichten, dass die gesetzlichen Krankenkassen, welche jahrelang am Tropf der Steuerzahler hingen, inzwischen wieder solche ‘Überschüsse erwirtschaftet’ haben, dass dem Normalbürger bei diesen Beträgen schon wieder ganz schwummerig wird.

Diese und viele andere Kosten für die Gemeinschaft werden von den 99% der arbeitenden Bevölkerung getragen, aber sie kommen zu den größten Teilen nur dem 1% zugute. Kommt eine Finanz- und Wirtschaftskrise dann wirklich zum tragen, geht es in erster Linie der Gier an den Kragen und setzt durch rigorose Maßnahmen Denkprozesse frei, welche die Gier verdrängen, denn dann geht es ums nackte Überleben.

Die Schulden von Staaten sind nichts anderes als Versprechen an die 1%, dass es ihnen nicht schlechter geht als vorher, denn die 99% haben durch von der Politik geschickt verpackte Versprechens-Maschinerie bei Wahlen ihr Kreuzchen an die sogenannten ‘richtigen’ Stellen gemacht und damit ihren ‘eigenen Schlachter’ gewählt. Hilfe durch die Medien zum Beispiel haben die Herrschenden zu genüge, wie man sehr leicht feststellen kann, wenn man beim lesen von Nachrichten zwischen den Zeilen liest.

Jetzt, vor Weihnachten 2011, nach unzähligen ‘Krisen-Gipfeln’ ist die, sagen wir mal, relativ normale Gemeinschaft inzwischen so verwirrt, dass sie nur noch mit Fatalismus reagieren kann und so wird einfach nur konsumiert, zum Teil auch Ware gehortet und darauf gewartet, wie die Mehrheit reagiert. Die Herde der Schafe blökt wohl, aber sie erwarten keine Veränderungen. Wenn dann noch Vorkommnisse aufgedeckt werden wie die Taten von Rechtsextremen, dann verzieht sich Otto-Normale noch tiefer in seinen ‘Bau’ und ‘schweigt’ noch beharrlicher. Nichts mehr hören, nichts mehr sehen, nichts mehr sagen.