Internet für alle???–Wer es glaubt, wird selig

Circa 25% der Deutschen nutzen kein Internet, sie wollen nicht oder können nicht. Genaue Zahlen hab ich leider nicht, aber mögliche Gründe, sich dagegen zu entscheiden, gibt es mehr als genug. Geht man nach den erklärenden Internet-Seiten zum Beispiel von Teltarif, braucht man eigentlich schon einen ganz speziellen Kompass, um sich durch diesen Dschungel zu bewegen.

Da wäre zuerst einmal ein wahrer Tarif-Dschungel in einem sehr begrenzten Anbieterrahmen, auch wenn uns zahlreiche sogenannte Provider etwas anderes vorgaukeln wollen. Die wirkliche Macht liegt in der Hand von gerade mal einer Hand voll Provider, welche die Netzhoheit haben. Das größte Netz hat immer noch ein ehemals staatlicher Betrieb namens Telekom, deren Infrastruktur zum größten Teil schon einmal bezahlt war vom Steuerzahler. Die Netze D1, D2, O2 und E-Plus sind für diese sogenannten Provider die reinsten Gelddruckmaschinen. Von einer für jedermann erkennbaren Transparenz kann in dieser Branche schon lange keine Rede mehr sein. Und nicht jedermann bekommt einen Anschluss, Bonität MUSS vorhanden sein und wird an allen Ecken und Enden geprüft, schlimmer sogar noch, als wenn man einen Kredit beantragt. Es gibt in diesem Land Menschen, die hätten gerne Internet, könnten sich zu bestimmten Preisen dies sogar leisten und werden doch nicht angenommen, weil ihre Bonität aus welchen Gründen auch immer, nicht den Kriterien dieser Aasgeier entspricht.

Internet wird heute besonders im Fernsehen immer wieder propagiert, denn Fernsehen gehört heute einfach zum normalen Leben und wer es sich nicht leisten kann, die Gebühren zu zahlen, wird nach Prüfung der Voraussetzungen von den Gebühren befreit. Beim Internet gibt es diese Möglichkeit nicht und ich bin auch selbst dafür, dass man dafür einen sogenannten angemessenen Beitrag leisten soll, denn die Weiterentwicklung der hochkomplexen Technik kostet nun einmal Geld, aber in erster Linie ist die Telekommunikation inzwischen die reine Blutsauge. Kapitalismus in Reinkultur ohne die Möglichkeit eines staatlichen Eingriffs. Die sogenannte Bundesnetzagentur ist das Alibi-Mäntelchen der Politik mit relativ hoch bezahlten Mitarbeitern, welche aber fast nichts gegen wirkliche Ungerechtigkeit unternehmen können.

Ich persönlich habe mich vor ca. 15 Jahren noch rein technisch mit dem Modem rumgeschlagen und die Bytes kamen quasi zu Fuß auf den Bildschirm. 5 Jahre Modem mit sehr langsam steigenden Geschwindigkeiten waren zum Teil eine echte Qual und jede Ankündigung einer neuen Geschwindigkeit war ein echter Fortschritt in Trippelschritten. Und die neue Technik musste zum Teil erst mal richtig teuer bezahlt werden. Wir, die Vorreiter des heutigen Internet mit unserem Enthusiasmus für das Medium, werden heute, nachdem wir gutes Geld für miese Technik gelöhnt haben, durch Nicht-Bonität, weil wir zum Beispiel keine Arbeit mehr haben oder eine extrem miese Rente, von diesen Geiern ausgeschlossen.

Über 30 Jahre sitze ich heute am Computer, habe das Medium durch extrem viel lernen quasi mit aufgebaut und habe heute das Problem, einen fairen Provider zu finden. Ich muss teuer bestimmte Technik bezahlen allein schon durch Allmacht der Provider in diesem Bereich. Besonders die Politik macht wohl in Flautezeiten dicke Backen zum Internet, aber inzwischen müssen sie sogar zugeben, ihre Ziele nicht erreichen zu können.

Leider ist in diesem Bereich ein Verbraucherstreik völlig sinnlos, denn die Anbieter drehen einfach den Saft ab. Telefonieren und Surfen in Internet ist an diese Anbieter gebunden. Diese quasi Monopolstellung wird auch von der Politik nicht gebrochen werden, dafür ist die Lobby einfach zu stark, nur ein echter Politikwechsel kann dieses Kartell zerbrechen.