Versteigerung der ‘besonderen’ Art

Rechtsanwälte sind eigentlich im Normalfall damit beschäftigt, ihre Klienten aus den Klauen der Justiz zu befreien (Strafrecht) oder ihnen zu ihrem Recht (meist Forderungen im Zivilrecht) zu verhelfen. Natürlich gibt es im Bereich des Juristen noch eine Vielzahl von anderen Wegen, welche der Hilfesuchende beschreiten kann, aber in diesem besonderen Beispiel geht es schlicht und einfach ganz lapidar um Wichsvorlagen-Forderungen, ob berechtigt oder nicht, sei einfach mal dahin gestellt. Als besonderes Bonbon hat der SPON sein Forum gar nicht erst freigeschaltet, weil er, denke ich, bei diesem Beitrag eine Flut von Kommentaren erwartet.

Selbstbefriedigung oder Wichsen ist ein äußerst menschlicher Vorgang, von der Natur vorgesehen und nicht zu verurteilen, außer man ist der Papst, aber um den geht es hier nicht. Vorlagen bzw. Anregungen zur eigenen Erregung sind vielfältigster Art, so auch durch bestimmte Filme, an die man über vielfältigste Wege auch im Internet kommen kann. Die meisten dieser Filme sind Copyright-Geschützt und dadurch kommen sehr schnell im allgemeinen Sinne Straftaten zustande, wenn man diese Filme sich aus dem Internet herunter lädt. Diese ‘Täter’ werden im allgemeinen Sprachgebrauch auch ‘Raub-Mord-Kopierer’ genannt, obwohl weder Raub noch sonst ein Gewaltakt vorliegt im Sinne unserer Rechtsprechung. Es ist das einfache Übertragen von Binären Zeichen von einem auf den anderen Computer. Niemand wurde und wird bedroht und/oder mit direktem körperlichen oder geistigen Schaden geschädigt.

Aber die Rechteinhaber solcher Machwerke sehen dies natürlich ganz anders und schalten nun Anwälte ein, welche ihnen zu ihrem Recht verhelfen sollen. Dafür werden Beträge ausgehandelt zwischen Anwalt und Klient und da es sehr viele Anwälte in unserer Republik gibt, welche nicht besonders ausgelastet sind mit dem normalen Recht, sehen sie dies als eine sehr einfache und im Endeffekt dann auch lukrative Geldquelle an, welche auch noch sehr wenig Mühe macht im undurchdringlichen Dschungel der Gesetzgebung, denn mit einer einmaligen Recherche der entscheidenden Paragraphen wird ein sogenannter Schriftsatz erstellt, welcher beliebig oft kopiert diesen ‘Tätern’ dann per Post zugestellt wird und dort seine Wirkung (es handelt sich fast immer um einen Betrag mit dem Faktor X) entfalten soll.

Jetzt hat sich eine Anwalts-Gesellschaft mbH (ich wusste gar nicht, dass es so was auch mit beschränkter Haftung gibt, nur so am Rande vermerkt) einen besonderen Trick einfallen lassen, um Forderung, welche bisher nicht bezahlt wurden, doch noch einzutreiben. Heise.de hat einen sehr schönen Beitrag darüber veröffentlicht, welcher auch schon ausgiebigst kommentiert wird.

Wirklich lustig wird es, wenn diese Auktion ein Erfolg wird und ich persönlich dann von irgendwelchen Inkassounternehmen angeschrieben werde. Leider bin ich völlig Zahlungsunfähig und durch meine ‘gigantische’ Rente (siehe hier) auch nicht pfändbar durch mein P-Konto. Etwas merkwürdig empfinde ich den Zeitpunkt dieser Aktion übrigens, denn ab 1. Januar gilt ein neues Pfändungsgesetz, welches das P-Konto noch wertvoller macht. Da scheinen den Anwälten wohl einige Felle davon zu schwimmen.

Allen Betroffenen wünsche ich eine schöne und besinnliche Weihnachtszeit.