Kälte

Wenn ich zur Zeit morgens aufstehe, heute so um 7 Uhr, stelle ich mir immer öfter die gleiche Frage: Habe ich mich bei Passau zum richtigen Ort entschieden, um dort den Rest meines Lebens zu verbringen?

Es ist in dieser sogenannten Dreiflüssestadt (Donau, Inn und Ilz) im Herbst, wenn wir denn dieses Jahr überhaupt einen haben, allein durch den Nebel schon sehr feucht und kalt. Ok, meinen Knochen tut das nicht besonders gut und ich heize inzwischen schon ordentlich meine Bude ein, aber die Entscheidung, hier zu bleiben, habe ich bis auf ganz wenige Ausnahmen, noch nicht bereut. Immerhin bin ich von Bayern umgeben, welche mir auch schon in meiner Zeit in München und Umgebung gelegen sind. Es basst hoit.

Gut, oder doch manchmal nicht so gut, ich habe hier noch keine Freunde, aber dass liegt ja auch an mir selbst, denn zum großen Teil bin ich nicht so besonders gesellig. Wenn ich Gesprächspartner suche, bin ich inzwischen sehr wählerisch und nicht bereit, mich mit blabla  zufrieden zu geben. Wenn ich mich unterhalten will, brauche ich schon einen gewissen Intellekt auch von meinem Gegenüber. Das mag wohl für den einen oder anderen arrogant sein, geht mir aber, ehrlich gesagt, am Arsch vorbei. Gespräche und miteinander reden ist für mich “Input”, wie es schon der kleine Roboter in “Short Circuit” brauchte.

Schon der kleinste ‘Input’ bringt mich dazu, Überlegungen anzustellen, wie ich dies dann in den Computer und damit auch ins Internet bringen kann. Der FIWUS braucht immer ‘Futter’ und immer nur sich auf die sogenannte Politik und ihre Schlagzeilen zu verlassen, ist auf Dauer irgendwann allein nicht so ergiebig und sagt auch über den Schreiberling nicht so großartig was aus. Deshalb auch immer wieder eigene Erfahrungen in meinen Beiträgen. Die meisten Informationen kommen natürlich aus der Glotze und dem Internet und damit meine ich nicht die Programme für Holzpflöcke und die Seiten für Wichser, wobei ich Wichsen nicht verurteilen will, aber es ist halt wirklich nur eine vorübergehende Ersatzhandlung für dass, was Zweisamkeit in Verbindung mit sexuellen Aktivitäten bedeutet. Ich persönlich bin jetzt zehn Jahre allein, aber auch zehn Jahre älter und dadurch nicht mehr so ganz pflegeleicht.

Zumeist fahre ich ein mal die Woche nach Passau hinein, gehe in mein Stamm-Café und schreibe mindestens einen Beitrag mit dem Nettop, gerade weil dort der sogenannte ‘Input’ dann besonders gut ist, wenn besonders viele junge Menschen um mich herum sind. Schauen und Träumen ist ja gottseidank noch nicht verboten und die jungen Damen sind nun mal oft rein äußerlich schon eine Augenweide, gerade hier in Bayern, davon bin ich mehr als überzeugt. Wer jetzt aber meint, ich wäre nur ein alter Lüstling, dem muss ich entgegnen, dieses Denken ist in den meisten Fällen mehr als nur sekundär, denn dafür bin ich in vielen Beziehungen viel zu sehr Ästhet statt Lüstling.

Ich flirte nun mal gern, aber wirkliche Illusionen auf eine sogenannte Beziehung mache ich mir eigentlich schon längere Zeit nicht mehr. Wenn es wirklich mal dazu kommen würde, wäre dies schon mit einem Wunder gleich zu setzen, denn allein die äußeren Umstände hätten schon ziemliche Widerstände zu überwinden.

Ich habe nun mal keine eigene Wohnung und das Obdachlosenasyl kann ich keiner Dame so einfach zumuten. Meine finanziellen Ressourcen sind so beschränkt, dass gerade mal eine zweite Tasse Kaffee pro Woche drin wäre, ein Mittag- oder Abendessen außer Haus aber schon gar nicht. Was noch hinzu kommt, ist, ich bin nach 10 Jahren allein nicht mehr so ganz ‘stubenrein’, ich rülpse und furze heute ganz ungeniert, denn niemand interessiert sich ja für mein Benehmen. Natürlich kann ich mich auch ‘benehmen’, wenn es drauf an kommt, aber solche sogenannten Macken schleichen sich nun mal ein, wenn man keine Rücksicht nehmen muss, aber so stellt sich nun mal keine Frau einen ‘Kuschelbären’ auf Dauer vor. Wer jetzt aber denkt, ich würde hier nur rumjammern, dem/der sei gesagt, davon bin ich jetzt schon um einiges entfernt. Ich lebe, lese, glotze Fernsehen und DVD, die mir gefallen und ich kann jederzeit mich hinsetzen und meine Beiträge schreiben, was ich noch vor zwei Jahren nicht für möglich gehalten hätte. Ich habe wieder eine Aufgabe, auch wenn sie manchmal nicht so ganz einfach zu bewerkstelligen ist, denn Schreiben kann manchmal echte Schwerarbeit sein, aber es tut gut.