‘Neue Erfahrungen’???–Warum Drogen immer noch so benannt werden

Meine ersten und einzigen Erfahrungen mit Drogen hatte ich 1968 einzig mit Cannabis. Der schwarze Afghane war zu dieser Zeit besonders beliebt, weil grüner Cannabis sehr oft mit Opiumklümpchen gemischt war und daher in der Szene als versaut galt. Hasch rauchen war ‘in’.

Ein halbes Jahr habe ich hin und wieder geraucht, dann aufgehört, weil es mir einfach nichts brachte, außer dass ich ficken konnte wie ein Stier und ständig gelacht habe. Als dann auch noch dass Heroin, der Schuss, auf den Markt kam, wusste ich von Anfang an, dass ist nichts für mich, es brachte mich keinen Millimeter weiter in meiner Jugend. Ich war damals 20-21 Jahre, lebte quasi auf der Straße und hatte noch keine Ahnung, was ich mit meinen Leben anfangen sollte. Auch wollte ich nicht zu den ersten Toten gehören, was einige Bekannte, aber auch Freunde, getroffen hatte.

Bis auf einen Rückfall im Jahre 1981 habe ich seitdem dieses Zeug nicht mehr angerührt. Der Rückfall hatte ziemliche Nebenwirkungen, denn ich war in einer Fernsehserie als Tonmeister engagiert und ich hatte regelrechte Zeitflashs, denn wenn ich glaubte, eine Minute sei vergangen, war es meist schon eine Stunde und auch umgekehrt. Nur meiner konsequenten Disziplin in der Arbeit war es zu verdanken, dass ich nicht groß aufgefallen bin, denn wir mussten alle unter rechten Stress arbeiten. Heute noch ein Gruß an Nicole Boettcher, der Tochter von Grit Boettcher, welche in der Serie die Hauptrolle spielte, die damals knapp 16 Jahre alt war, ich war ein schnuckeliges und recht witziges Kerlchen von knapp 34, von Nicole an diesem Abend zu einem Besuch des Circus Roncalli eingeladen, wo ich aber dieses Programm niemals gesehen hab, denn als ich vor Roncalli meinen ersten Zug aus der Pfeife gemacht hatte, setzte es aus bei mir. Nicole war völlig verblüfft über meine Reaktion, denn ihr passierte überhaupt nichts.

Ich schaffte es irgendwie nach Haus, was damals nicht weit entfernt lag und  war nicht in der Lage, ruhig diesen völlig unbekannten Rausch durch zu halten. Irgendwann rief ich eine Freundin an, die auch sofort kam und mich quasi durch die Nacht brachte, denn ich musste am nächsten Tag ja wieder Arbeiten, was dann ja auch geschah. Seitdem habe ich nie wieder irgend eine verbotene Droge auch nur angesehen. Ich habs wohl noch mal mit Alkohol versucht, aber auch relativ schnell wieder sein lassen. Das Einzige, was ich heute noch mache, ist ganz normal rauchen.

Wer sich jetzt natürlich fragt, warum ich solche eine Begebenheit hier veröffentliche, dem sei nur ganz einfach gesagt: Drogen jedweder Art sind für mich absolute Scheiße.

Darum kann ich auch solche Beiträge und Artikel nicht verstehen, auch wenn sie als Schlagzeilen durch die Medien geistern und auch noch als ‚LIFESTYLE‘ verkauft werden. Drogen bringen keine ‘neuen Erfahrungen’, sie machen, wenn sie hart sind, süchtig und krank, was der Allgemeinheit schadet, und mit wirklichen Erfahrungen haben sich nicht das Mindeste zu tun, denn wirkliche Erfahrungen sehen für mich völlig anders aus, bereichern das Leben und bringen neue Sichtweisen und sie halten lange an, kosten kein Geld und bringen zumeist auch positive Veränderungen mit sich.

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AlterKnacker

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Ein Mensch, der denkt und schreibt. Nicht immer lustig, aber das Leben ist ja auch kein Beliebtheitswettbewerb.

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