… und wieder mal eine Lachnummer vom gefühlten Wohlstand

Allein, wenn ich den Begriff ‘Wohlstand’ höre oder lese, bekomme ich persönlich wirklich eklige Pickel. Schon im Kindesalter wird man mit diesem Begriff konfrontiert, versteht aber nur Bahnhof, denn Erwachsene reden für Kinder oft genug viel Stuss und man versteht deshalb als Kind nur, dass es ständig um Geld geht und wie wichtig dies ist.

Dann aber setzt sich dieser Begriff so im Hirn fest und man fängt irgendwann selbst an, diesen Begriff in etwas zu verwandeln, was einen sein ganzes Leben nicht mehr los lässt. Lebt man in einer sogenannten begüterten Umgebung und Familie, wird die pure Gier nach immer mehr geweckt und man versucht erst gar nicht, diese Gier im Zaum zu halten. In Familien mit wenig Geld zur Verfügung hört man dagegen ständig: “Dass können wir uns nicht leisten”. Fragt ein Kind dann vielleicht nach, weil es einfach bestimmte Abläufe noch nicht versteht, kann es sehr schnell vorkommen, dass man sich eine Watsch`n einfängt, was noch die harmloseste Variante ist, denn auch über die Schlimmsten wurde schon berichtet.

Wohlstand sehe ich heute eigentlich eher als einen Begriff des Wohlgefühls und ordne ihn deshalb auch unter Gefühl ein, aber in 99,9% aller Fälle hat er eigentlich nichts mit einem guten Gefühl zu tun. Um zu Wohlstand zu kommen, bedarf es so vieler Voraussetzungen, dass man mehr oder weniger das Gefühl hat, wenn man diese Stufe niemals erreicht, dass man eigentlich nur ein Versager ist. Ganz besonders schlimm ist es, wenn man diesen Wohlstand von anderen versprochen bekommt und dann irgendwann erkennt, dass man belogen wurde. Und Wohlstandversprechen gibt es in einem menschlichen Gesamtleben quasi an jeder Ecke, nur hat man nach einer bestimmten Zeit das Gefühl, genau hinter diesen Ecken lauern immer die Räuber, welche einem den gerade versprochenen Wohlstand sofort wieder abnehmen wollen, selbst wenn sie nicht mit Waffen auf einen warten.

Finanzmärkte

Die Straße der Tyrannen

In der Wall Street treffen jeden Tag die Herrscher der Welt aufeinander: Hier verwandeln Börsenhändler Zahlen mit vielen Nullen in Schicksale von Menschen, Ländern und Kontinenten. Wissen sie, was sie tun?

Berlin, 12. September 2011, 19.20 Uhr. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sitzt im ZDF-Hauptstadtstudio und schließt die Augen. Er wirkt erschöpft. Wenige Stunden zuvor hat Wirtschaftsminister Philipp Rösler eine Insolvenz Griechenlands ins Gespräch gebracht. Auf die Frage, ob das eine gute Idee gewesen sei, antwortet Schäuble, man dürfe die Nervosität der Finanzmärkte nicht noch verstärken. Am nächsten Morgen sagt Bundeskanzlerin Angela Merkel im Radio: »Was wir nicht brauchen können, ist Unruhe auf den Finanzmärkten.«

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Wohlstand hat mit Zahlen zu tun und je mehr Nullen hinter den Zahlen direkt stehen, umso größer ist der Wohlstand. Tausend Millionen sind gerade mal für einen Bankmenschen eine Milliarde, tausend Milliarden sind so einfach eine Billion. Schreibt man diese Zahlen aber einfach mal komplett aus, kommt man allein beim schreiben der Nullen ganz schnell ins Schleudern, Fehler sind hier fast schon vorprogrammiert, wie erst vor kurzer Zeit das Bundesfinanzministerium erfahren musste. Steuern aber führen zu keinem besonderen Wohlgefühl, sind aber wichtig für ein Gemeinwesen.

Der normale Deutsche, aber auch normale Menschen in anderen Staaten erleben es tagtäglich am eigenen Leib, dass solch ein Umgang mit Zahlen zur Bildung von Wohlstand nicht jedermanns Geschmack ist, wie Umfragen belegen, auch wenn man diese Umfragen nicht zu wortwörtlich nehmen sollte, denn meist kommt es auf die Auftraggeber solcher Umfragen an. Am Wohlstand des Einzelnen will eine ganze Wohlstands-Industrie verdienen.

Zahl 10 €uronen ein, werden 8 €uro davon als Unkosten verbucht. Auch wenn diese Rechnung willkürlich und übertrieben ist/scheint, so kann man sich doch am Besten eine Vorstellung davon machen, wie diese Finanz-Industrie arbeitet. Oder siehe Maschmeyer und AWD. Wohlstand erwerben immer nur Andere. Wohlstand ist damit inzwischen nur noch eine Lachnummer und wer weiter hinter ihm her hechelt, ist wohl immer gut beschäftigt, wird aber, wie ‘alle von uns Menschen’, ohne einen Cent in die Grube einfahren.