Nach “Occupy ?” jetzt ein Plädoyer gegen den privilegierten “Wutbürger?

Ich sehe es nicht als besonderes Privileg an, einfach erstmal alt zu werden, denn auch wenn viele Alte sich in ihrem verdienten Ruhestand relativ gut einrichten können, so haben doch auch ein Großteil dieses Privileg der materiellen Absicherung nicht und müssen versuchen, trotzdem so weit es überhaupt geht, zu überleben. Viele Alte mit guten Renten sind aber nicht nur die puren Egoisten, denn sie erkennen wohl auch ein gewisses Gefühl der Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, in der sie sich ihren Lebensabend ‘verdient’ haben. Ich nenne nur mal die vielen Ehrenämter, welche gerade von dieser Gruppe belegt sind.

Über heuchelnde Wutbürger

Autor: Ulf Poschardt|08:27

Nur dagegen – Nieder mit der Trillerpfeifendemokratie

Bestseller-Autor Gerhard Matzig bringt die Wutbürger gegen sich auf – weil er sie irgendwo zwischen Wellness, Wahnsinn und Wohlleben verortet.

Ruhig und humorvoll geht Gerhard Matzig seit jeher seiner Arbeit nach: als Bestsellerautor, Architekturkritiker und Gastprofessor. Im Hauptberuf arbeitet er für die „Süddeutsche Zeitung“; daneben begeistert er sein Publikum mit ebenso klugen wie polarisierenden Vorträgen.

Gerhard Matzig ist eigentlich Architekt, sein Haus in München hat er sich aber von einem berühmten Kollegen bauen lassen: Andreas Meck

Der 48-Jährige hat gerade sein neues Buch „Einfach nur dagegen. Wie wir unseren Kindern die Zukunft verbauen“ veröffentlicht. Es ist eine gut gelaunte Abrechnung mit den Wutbürgern und ewig Empörten.

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Nach diesen Interview war diese sogenannte Gegenrede nötig.

Wenn diese Menschen in ihrem Alter, aber auch mit ihren Erfahrungen sich jetzt als sogenannte ‘Wutbürger’ etablieren, dann wissen die meisten, wofür sie stehen und gegen was sie auf die Straße gehen, denn in ihren jungen Jahren haben sie dies ja auch schon einmal durchgestanden und es nicht vergessen. Und sie stehen dabei nicht allein für Stillstand und Rückwärtsgewandsein und sind meist auch noch sehr offen für Fortschritt und neue Gedanken.

Wut entsteht auch nicht nur aus einer Laune heraus, sie wird von Außen mehr als gefördert, besonders bei älteren Menschen, welche eigentlich ihre mehr als verdiente Ruhe haben wollen. Nur sind diese äußeren Umstände, besonders aus der Politik heraus, nicht dazu angetan, ohne das Gehirn abzuschalten, ruhig zu bleiben. WIR Alten haben nun mal viel mehr Zeit, um über Missstände in diesem Staat nachzudenken und dann auch entsprechend zu handeln und sich zu äußern. Dabei ist der Sozial-Kill auch nur ein Beispiel und die Protestierenden können mehr als ein Lied von diesen Missständen singen.

Alt werden und sein bedeutet für eine relativ große Masse Menschen einen täglichen Kampf ums überleben und ist schon lange kein Zuckerschlecken mehr. Was noch in den ersten 40 Jahren aufgebaut und auch erkämpft wurde in diesem Land für einen ruhigen Lebensabend, wurde von Politikern als Erstes angegriffen und bis zur Unkenntlichkeit zu Gunsten einer ‘Elite’ verändert, die es sowieso nicht nötig haben, an diesem Kampf teilzunehmen. Alte haben viel mehr Zeit, zu lesen und danach auch zu reagieren.

Hier der Aufruf der 99%:

Wir sind die 99%

99 % stellen sich vor, Du fragst dich wer wir sind? Frag dich auch, wer du bist. Wir sind die bisher schweigende Mehrheit. Wir gehen, sofern wir noch eine Stelle haben, jeden Tag zur Arbeit, machen auch noch Überstunden und kommen doch gerade über die Runden. Wir verdienen so wenig, dass wir als Bittsteller zum Jobcenter pilgern, um unser Gehalt aufstocken zu lassen. Wir müssen froh sein überhaup…t noch eine Arbeit zu haben. Wir werden zu unnötigen Maßnahmen für 1 € die Stunde genötigt. Wir arbeiten am Wochenende schwarz, um Essen auf den Tisch zu bekommen. Wir haben die Uni mit einem Bachelor abgeschlossen und finden trotzdem keine Stelle, lesen aber ständig von Fachkräftemangel. Wir pflegen Alte und Kranke für 800 € im Monat, denn mehr scheint diese Arbeit nicht wert zu sein.

Von dem bisschen das wir verdienen stecken wir einen Teil in private Altersvorsorge, obwohl wir uns längst mit dem Gedanken an Altersarmut abgefunden haben. Fassungslos beobachten wir den immer weiter voranschreitenden Abbau des Sozialstaates, wir sehen die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinanderklaffen. Ungläubig sehen wir die Ausweitung der Befugnisse der Sicherheitsbehörden im Rahmen des Krieges gegen den Terror und der damit einhergehenden Überwachung der Bevölkerung durch die Vorratsdatenspeicherung und INDECT.

Verwundert registrieren wir die Summen, mit denen angeblich systemrelevante Banken und Firmen mit unseren Steuern gerettet werden, während uns immer weniger Teilhabe bleibt. Niemand hilft uns, aber mit unseren Steuern werden diejenigen gerettet, die uns ausbeuten. Wir haben unterschiedliche Meinungen und Ansichten, wir sind in keinem herkömmlichen politischen Schema zu verorten, wir sind weder rechts noch links, noch öko oder liberal. WIR SIND EMPÖRT!

Wir sind empört über die Entwicklungen in unserer Gesellschaft und Wir erkennen die Notwendigkeit, diese Empörung kund zu tun. Wir wollen nicht länger eine Politik hinnehmen, die nur den Reichen hilft und verlangen Transparenz und Nachvollziehbarkeit in politischen Prozessen. Wir verlangen eine echte Demokratie zum Wohle aller. Wir sind die 99%, die unter dem 1% leiden. Wir empören uns über alle Ländergrenzen und Kontinente hinweg. Deshalb kommen wir am 15. Oktober zum ersten mal weltweit auf der Straße zusammen. Wenn du das hier liest, gehörst wahrscheinlich auch du zu den 99%. Es ist an der Zeit, Farbe zu bekennen. Trotz aller Unterschiede eint uns die Unzufriedenheit. Zeig auch du deine Empörung der Welt. MACH MIT!

Quelle

Nicht eine dieser Forderungen ist unverschämt, nur muss dass auch endlich die sogenannte Politik-Elite kapieren.