Machen sich die Medien jetzt schon in die Hose?

Die Medien öffnen mal wieder alle Klischee-Schubladen, denn zumeist anders als in Schubladen können die meisten wohl nicht Denken. Dabei gibt es mehr kritikwürdiges als nur der Kapitalismus, aber das würde ja die Vorgabensformeln der Machteliten sprengen, welche diese Formeln den Medien schon mal vorab ausgegeben haben. Echte und wahre Gesellschaftskritik lässt sich nicht mit wenigen Schlagzeilen belegen, die sogenannten 99% aus der Bewegung “Occupy Wall Street” gehen ja auch nicht allein nur wegen der Bankster auf die Straße, ebenso wenig wie in Israel die Sozialkritiker nicht nur gegen hohe Preise bei Wohnraummieten und Lebensmittel protestieren. Diese Gesellschaftskritik ist so umfassend und erinnert immer mehr an Frankreich 1789 und dies im Zeitalter des Internet und dass macht den sogenannten Mächtigen mächtig Angst.

14.10.2011

Neuer Protest-Anlauf

Deutschland probt den Aufstand gegen die Finanzmacht

Von Stefan Schultz

In den USA protestieren Tausende gegen die Zocker von der Wall Street – jetzt planen Aktivisten auch in Deutschland Massendemos: Ab dem 15. Oktober wollen Kapitalismuskritiker öffentliche Plätze in der Republik besetzen. Doch hat die Bewegung hierzulande überhaupt Chancen?

Hamburg – Im Internet tobt sie bereits, die Revolution gegen das Finanzsystem. Als virtuelle Vendetta, als Cyber-Klassenkampf mit Fotos, Videos und Texten und altbekannter Symbolik. In den Wutvideos, die für den 15. Oktober zum bundesweiten Protest aufrufen, mischen sich Bilder der Frankfurter Banken-Skyline mit Gemälden der Deutschen Revolution, mischt sich Beethovens Mondscheinsonate mit dem Orchesterpomp des “Requiem for a dream”-Soundtracks.

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Solche Angst spiegelt sich dann auch in den Beiträgen der Medien wieder. Auch wenn diese Medien in Teilen gerne zuspitzen, so kann man als aufmerksamer Leser nicht übersehen, mit welchen perfiden Vokabeln gegen diesen Protest hier Front gemacht wird, statt auch mal wieder Standpunkte zu beziehen, denn es reicht nun mal nicht mehr, ein paar Quer-Kolumnisten als Alibi zu beschäftigen.

Dieser Protest am 15. Oktober ist ein Zusammenwachsen von vielen verschiedenen Bewegungen, um endlich mit einer gewaltigen Stimme NEIN zu sagen zu dem, was Machteliten und Politiker seit Jahrzehnten ihren Bürgern antun. Es ist einfach nötig geworden in Zeiten, in denen allein nur noch unvorstellbare Zahlen ein Bild bestimmen, bei dem der sogenannte ‘kleine Mann’ sich überhaupt keine Vorstellungen machen kann, was er eigentlich damit zu tun hat und wer für den ganzen Schlamassel verantwortlich ist.

Da wird ein Insider wohl verurteilt, aber mit diesem Bauernopfer soll der breiten Masse doch nur vorgegaukelt werden, wir (die sogenannten Eliten) haben alles im Griff. Nicht allein für die USA ist solch ein Urteil doch ziemlich gering, diese Alibi-Veranstaltung wird auch einfach nicht mehr ernst genommen, denn die ‘wirklich Bösen’ sitzen immer noch in ihren Chefsesseln und kassieren das Volk weiter ab.

Keiner, der jetzt auf die Straße geht, will die Wirtschaft oder den Finanzmarkt als solches abschaffen, aber WIR wollen und brauchen mehr als dringend Veränderungen hin zu dem, was positives menschliches Zusammenleben ausmacht. Menschliche Solidarität ist nicht verhandelbar und unteilbar.