#OWS – Es reicht, so geht es nicht weiter

“Occupy Wall Street” kann nicht mehr so einfach überhört und übersehen werden, aber die deutschen Medien bemühen sich, weiß der Geier warum, nicht gerade schmeichelhaft darüber zu berichten. Hat die ‘Kanzlerin’ mal wieder im Auftrag von Obama interveniert? Inzwischen habe ich den Eindruck, in den politischen Etagen ist man der Meinung, eine Protestbewegung in den USA können wir zusätzlich zur Finanzkrise eigentlich nicht gebrauchen.

Was im Juli mit dem Aufruf eines kleinen linken kanadischen Magazins begonnen hatte, hat sich längst zu einem größerem Protest entwickelt. Hunderte, oft Tausende, versammeln sich inzwischen jeden Tag rund um den Zuccotti-Platz, nur wenige Minuten von der Wall Street entfernt. Die großen Gewerkschaften haben ihre Solidarität mit den Protestlern erklärt, prominente Schauspieler besuchen die jungen Menschen in ihrem provisorischen Lager. Rund um den Platz stehen die Übertragungswagen der großen Fernsehstationen des Landes. Über das Internet verbreitet sich die Botschaft aus dem Finanzdistrikt New Yorks in das ganze Land. In San Francisco, Boston oder Chicago haben die Protestler die Gebiete rund um die Bankentürme besiedelt.

Quelle: Hier weiterlesen

Diese Bewegung ist aber eigentlich nur die logische Konsequenz aus den Bewegungen in Nordafrika, dem Nahen Osten inklusive Israel, den Bewegungen in Latein-Amerika und €uropa, sie kommt zur sogenannten Un-Zeit und was am wichtigsten ist, sie ist eine soziale Bewegung.

Es geht auch nicht so sehr darum, dass nur eine soziale Kälte zur neuen Gottheit erhoben wurde, hier geht es diesmal um wesentlich mehr, etwas, was viele von uns älteren schon einmal erlebt haben, nämlich Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre. Es geht um eine neue Solidarität. Es geht um einen neuen Zusammenhalt und nicht nur um Geld und Besitz.

Das weltweite Versagen des politischen Establishments und die brutale und reine Gier der Finanzwirtschaft fordert geradezu dazu heraus, wieder enger zusammen zu rücken. In Nord-Afrika und dem Nahen Osten ist es nicht mit religiösen Motiven zu erklären, so wenig wie in Israel. Wer sich ein relativ normales Leben wünscht und es sich einfach nicht mehr leisten kann, der verliert nach einen gewissen Zeit des Abwartens nun einmal die Geduld. Und es sind nicht allein die Habenichtse, die dann auf die Straße gehen.

Die Tore der Vernunft sind schon seit längerer Zeit total verrammelt und die aufgezwungenen Umwege waren noch niemals frei von Gefahren, welche sich der Mensch als solcher einfach nicht mehr antun will.

Die islamischen Staaten hatten keine andere Chance, als sich mit Gewalt ihren Folterknechten zu entledigen. In den sogenannten demokratischen Strukturen wird die Gewalt fast ausschließlich durch die Staatsgewalt praktiziert, denn die Protestbewegung versucht, friedlich zu bleiben und doch ihre Forderungen nach außen zu tragen.

Auswüchse in den heutigen Gesellschaften werden nicht mehr kritiklos einfach hingenommen und können sich inzwischen auch nicht mehr einfach so verstecken, das Internet lässt dies einfach nicht mehr zu. Reines Überleben fördert nur Aggressionen, Teilhabe am sozialen, aber auch finanziellen Wohlstand in der Welt ist mehr als nur eine berechtigte Forderung, denn dieser Wohlstand wurde zu 95% hart von den Fordernden erarbeitet, aber nur die restlichen 5% profitieren davon. Dieses sogenannte Ungleichgewicht wird jetzt einfach nicht mehr hingenommen.

Wer nur noch finanzielle Mittel für Banken und ihr unfähiges und auch kriminelles Personal zur Verfügung stellt, braucht sich nicht zu wundern, wenn das (Wahl)-Volk da nicht mehr mitmacht. Und das etablierte Parteiensystem wird sich dadurch auch verändern, WIR müssen es nur wollen.

WIR haben diesen ‘Krieg’ nicht angefangen, aber wir können ihn mit Hirnschmalz und Übersicht beenden.