Das letzte Hemd hat nun mal keine Taschen

“Apple, aber auch die Welt hat einen Visionär und ein kreatives Genie verloren” und doch kann ich nicht so richtig trauern, denn er war nicht nur ein Visionär und/oder ein Genie. Natürlich tut es mir leid und dass meine ich ehrlich, denn niemand sollte so jung sterben müssen. Dass ist wirklich unfair, ungerecht. Ich persönlich bin dem Tod vor wenigen Monaten selbst von der Schippe gesprungen und ich bin nur wenige Jahre älter.

Aber als ich mit Computern anfing, war ich schon über 30, hatte nur einen Volksschul-Abschluss und musste mir die ganze Technik mehr als mühsam selbst beibringen.

Apple wurde am 1. April 1976 von Steve Jobs, Steve Wozniak und Ronald Wayne gegründet. Das Startkapital von 1750 US-Dollar kam aus dem Verkauf von Jobs’ VW-Bus und dem Hewlett-Packard-Taschenrechner von Wozniak. Solche glorreichen Zeiten kann es heute in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrisen gar nicht mehr geben. Damals war die Welt noch aufnahmefähig und bereit für eine Technik, welche nur von sehr wenigen Menschen verstanden wurde. Es gab wohl schon Computer, die waren aber so groß wie ganze Wohnzimmer und größer.

Steve Jobs und seine ‘Mitstreiter’ hatten nur eine Vorstellung; diese Computer müssen so klein werden, dass sie in jedem Haushalt und von jedermann genutzt werden können, denn Taschenrechner gab es ja auch schon und waren für viele erschwinglich.

Aber Computer sollten mehr können, als nur öde Zahlen bearbeiten und ein noch öderes Ergebnis zu präsentieren. Wer Bilder von diesen Bastelarbeiten aus dieser Zeit sieht, wird verstehen, was ich meine. Ein Gewirr von Drähten und technischen sogenannten Platinen mit irgendwelchen Schaltkreisen und Dioden und Lämpchen war für uns Laien nur staunend zu bewundern, aber wir hätten uns niemals zugetraut, auch nur ein Wort von dieser Materie zu verstehen, obwohl wir Technikfreaks alle mehr als neugierig waren. Aber Steve Jobs und mit ihm Apple war nicht der Einzige, der sich an solchen Kisten versuchte, Gottseidank.

Die Computerwelt spaltete sich sehr schnell auf, als die ersten Computer in den Läden auftauchten; Apple I und II, Commodore, Sinclair, Atari und Texas Instruments fochten um die Vorherrschaft in den Wohnzimmern und Commodore gewann erst einmal mit seinem ‘Brotkasten’. Der VC20 und erst recht sein Nachfolger, der C=64 wurden der absolute Renner, während wir Freaks trotzdem erstmal richtig neidvoll auf den Apple geierten, ihn aber nicht bezahlen konnten, denn schon gleich zu Beginn war Apple mit seinen Apothekenpreisen, aber auch mit seiner Technik in andere Sphären entschwunden. Apple-Kunden waren schon zu Beginn ‘die Elite’, so wollte es auch das Marketing von Steve Jobs. Und bis zu einem gewissen Zeitpunkt hin war Apple immer das Nonplusultra auf diesem Markt.

Erst Mitte der 90er Jahre begann eine Krise um Apple, welche aber mit Hilfe von Microsoft bewältigt werden konnte. In technischer Hinsicht gab es zu dieser Zeit viele Veränderungen, denn das Internet verbreitete sich wie die berühmte “Pest”, wenn man ganz besonders so manchen Politikern glauben will.

Marketing war schon immer Steve Jobs Domäne gewesen und er muss wohl auch so etwas wie ‘göttlichen’ Beistand gehabt haben, ähnlich Bill Gates von Microsoft und mit den richtigen Strategien lässt sich nun einfach mal richtiges Geld verdienen. Natürlich beneide ich solche Könner auch, denn wenn ich so was selbst auf die Beine stellen könnte, würde ich heute nicht in einem Obdachlosenasyl sitzen und mir die Finger wund schreiben. *grinZ* Aber im Ernst, bis zu einem gewissen Grad bewundere ich solche Könner. Was ich aber so gar nicht bewundere, sind Geschäftspraktiken, welche zum Beispiel Menschen ausbeuten.

Obwohl in den USA seit 1865 die Sklaverei faktisch abgeschafft ist, in den Gehirnen von Firmenlenkern muss es genau dort eine Windungslücke geben, denn weltweit werden Menschen im Namen von großen Firmen und auch der sogenannten Demokratie immer noch versklavt und ausgebeutet und besonders Firmen wie Apple verdienen sich dumm und dusselig daran.

Steve Jobs wird bestimmt nicht vergessen werden, aber von diesem Reichtum nichts mitnehmen.