Geheimdienste und Geheim?

Diese beiden Worte sind mir seit langer Zeit sehr vertraut, denn ich lese nun mal gerne Spannungsliteratur dieses Genres. Dass es in diesem Metier nicht immer zimperlich zugeht, brauche ich dabei nicht extra zu betonen, aber auch die wirklich dreckigen ‘Jobs’ haben oft genug noch eine sogenannte demokratische Legitimation, denn ohne Geheimdienste hat es seit Anbeginn von Zivilisationen in Ländern und Staaten oft genug keine neuen Erkenntnisse über Vorhaben von Feinden, aber auch sogenannten Freunden gegeben, welche auch wirtschaftliche Fortschritte beinhalteten, die später insgesamt allen Menschen zugute kamen. Selbst wenn man mich jetzt für ‘blauäugig’ und sehr naiv hält, ändert sich doch nichts an den Tatsachen.

Geheimdienste, auch Nachrichtendienste genannt, sollen Nachrichten auswerten und analysieren. Nehmen sie zum Beispiel diesen Beitrag, haben sie schon eine komplette Weltlage vorliegen, nur angefertigt von einem Laien. Sie haben aber, aus welchen Gründen auch immer, noch viel mehr andere Aufgaben, die sie sich im Laufe der Zeit quasi ‘angeeignet’ haben und auch ohne Grund so nicht mehr aus der Hand geben. Die Einflussnahme von Geheimdiensten selbst in privateste Lebensbereiche ist allumfassend, in diesen Grauzonen des Lebens fühlen sich Machtmenschen besonders wohl, denn was schon im Blickfeld der Öffentlichkeit steht, auch Gewalt, zeigt dem Normalmenschen nur auf, dass diese auch immer wieder mal notwendig sein kann und wird im nachhinein dann nur noch offiziell abgesegnet. Konsequenzen im Anschluss werden selten befürchtet, denn die Aufseher sind meist selbst ausgewiesene Machtmenschen.

03.09.2011

Libyen

Westliche Geheimdienste halfen Gaddafis Stasi

In Libyen sind brisante Geheimakten aufgetaucht: Westliche Geheimdienste haben demnach bis vor kurzem eng mit Diktator Gaddafi zusammengearbeitet. Die USA sollen Gefangene in libysche Foltergefängnisse gebracht und die Briten Regimegegner verraten haben.

Washington/London – Es ist eine Enthüllung, die das Bild des Westens in Libyen nachhaltig beschädigen könnte: US-Medien berichten über eine enge Kooperation zwischen dem britischen und dem amerikanischen Geheimdienst einerseits und dem Gaddafi-Regime andererseits. Laut “New York Times” hat beispielsweise die CIA achtmal Terrorverdächtige zum Verhör nach Libyen geschickt, das für seine Folterpraxis berüchtigt war. Auch der britische Geheimdienst MI 6 hat demnach mit Gaddafis Schergen kooperiert und das Regime mit Informationen über Oppositionelle versorgt.

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Gewalt in bestimmten Abteilungen der Geheimdienste sind ein Machtinstrument, welches sich quasi verselbstständigt hat, denn besonders die oberen Ränge sind mit der Machtelite des jeweiligen Landes aufs engste verbunden. Gewalt ist für bestimmte Menschen die einfachste Art, schnelle Ergebnisse zu erzielen, sie sind aber für normal veranlagte Menschen auch die dreckigste Art.

Geheimdienste als Handlanger des politischen Tagesgeschäfts sind inzwischen die Regel, besonders wichtig zum Beispiel in den Spielräumen, die sich mit Finanzen und Wirtschaft befassen. Gerade die USA sind auf diesem Gebiet führend, müssen aber immer wieder feststellen, dass die Realitäten sie schneller überholen als ein Formel 1-Flitzer. Dass die USA von der Einführung des €uro nicht gerade begeistert waren, können sich aber nur Insider vorstellen, denn er macht dem bisher als Leitwährung führenden Dollar mehr als nur Konkurrenz.

Der größte Teil der Beschäftigten in den Geheimdiensten sind mit Daten beschäftigt, die von außen bei ihnen abgeliefert werden. Die Beschaffung dieser Daten ist zu 95% relativ einfach zu bewerkstelligen, denn sie stehen in öffentlich zugänglichen Medien, besonders heute im Zeitalter des Internet. Wo man da noch von geheim sprechen kann, erschließt sich mir noch nicht so ganz, aber selbst der relativ normale Mitarbeiter in einem Geheimdienst dürfte sich diese Frage mehr als einmal in seinem Berufsleben stellen. Nur etwa 5% der Mitarbeiter sind als Agenten und Spezialkräfte im Außeneinsatz tätig. Diese Tätigkeit erfordert auch eine besondere Ausbildung, aber noch mehr sehr spezielle Charaktereigenschaften.

Der Begriff ‘geheim’ soll eigentlich ausdrücken, dass nur ganz bestimmte Leute von bestimmten Vorgängen und Abläufen unterrichtet sein dürfen und selbst wenn zum Beispiel der Direktor einen besonders lauten Furz von sich gibt, darf so etwas nicht an die Öffentlichkeit dringen und wird daher als geheim eingestuft. Das Verhalten von Geheimdienstleuten ist von Grund auf so aufgebaut, dass diese Leute permanent, auch im Privatleben, lügen müssen. Die Lüge wird zum Lebensinhalt und wo diese Grenzen zum Privatleben gezogen werden müssen, wird nach einer bestimmten Zeit in diesem Metier so einfach nicht mehr zu ergründen sein.

Peinlich werden die sogenannten Pannen, mit denen sich jeder Geheimdienst der Welt ständig rumschlagen muss, denn Geheimdienstarbeit wird nun mal von Menschen erledigt. Veröffentlichungen in den Medien sind solche Pannen, haben aber im Endeffekt nur für wenige Mitarbeiter wirkliche Konsequenzen, der Rest macht einfach weiter wie bisher. Keine Regierung, wie auch immer geartet, wird jemals auf Geheimdienste verzichten. Geheimdienste haben sich nicht als Perpetuum Mobile selbst erschaffen, wir Menschen und unser Denken waren es, die dies zuließen, aber der Mensch hat noch viel schlimmere Dinge sozusagen erfunden.