Alt, aber noch lange nicht tot

Alterspyramide; zu viele Alte; die Alten; alt, arm und abgeschoben; wohin mit den vielen Alten; alt und nutzlos. Dies sind nur einige, wenige Synonyme für einen Zustand, der jeden Menschen betrifft und es wird so schnell keine Ausnahmen geben. Mit den über Hundertjährigen ließe sich keine Stadt füllen, möglicherweise ein Stadtteil, der Rest zwischen 60 und 100 Jahre auf dem Buckel geht den üblichen Weg, mal früher, mal später. Das Leben ist ein Abschnitt, der Tod trifft uns alle. Wenn ich zum Beispiel behaupte, es war nicht immer lustig, aber es hat sich doch gelohnt, dann sage ich dies nicht einfach leichtfertig dahin, ich empfinde es einfach so. Dies gilt aber nur für mich persönlich.

Als ich damals 2002 rein beruflich mit 55 ausgesondert wurde, empfand ich es als große Ungerechtigkeit. Ich brauchte Jahre, um darüber hinweg zu kommen. In dieser Zeit hat mein Körper angefangen, abzubauen. Es gibt Tage, das sind die rein körperlichen Schmerzen in den Bewegungen fast nicht mehr auszuhalten. An solchen Tagen liege ich sehr viel oder ich quäle mich auf meinen Schreibsessel, damit ich meine Beträge zusammen bekomme, denn lesen von Beiträgen in den Medien gibt mir dann den Anreiz, selbst zu schreiben. Und es strengt meine Gehirnzellen an, denn von alleine kommen die Gedanken nicht ‘zu Papier’ und Gedanken sind ohne Unterlass in meinem Kopf, besonders wenn ich Artikel lese, die wie der nachfolgende aus dem SPIEGEL schon hätte vor 10 Jahren verfasst werden müssen.

25.08.2011

Soziale Ungerechtigkeit

Erhöht die Steuern!

Von Jakob Augstein

Deutschland ist ein ungerechtes Land, die Spaltung zwischen Arm und Reich nimmt zu. Doch wir können uns nicht aus der Krise sparen. Wenn wir unsere Demokratie retten wollen, müssen wir die Steuern erhöhen.

Die Krise ist der Wendepunkt. Der Begriff stammt aus der Medizin. Wenn die Krankheit am schlimmsten ist, entscheidet sich die Zukunft des Kranken. Der Arzt tut, was er kann und sieht dann zu, wie auf die Krise die Genesung folgt oder der Tod. Wie unser Tod aussehen kann, wissen wir seit den Aufständen in London. Uns droht die soziale Anomie. Der Zerfall. Unser eigenes Somalia. Um dem zu entgehen, braucht es eine Anstrengung aller Kräftigen. Ein Umsteuern des Systems. Es war die Politik der Ungerechtigkeit, die uns in die Krise geführt hat. Wenn wir sie fortsetzen, werden wir daran zugrunde gehen. Es ist höchste Zeit, die Krise als Chance zum Kurswechsel zu erkennen. Es ist höchste Zeit, die Steuern zu erhöhen.

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Aber zu dieser Zeit war der Autor wohl noch in seiner eigenen Findungsphase, nur die Umstände waren schon die gleichen und wer jetzt protestiert, outet sich da doch nur als Ignoranten. Schon die Rezession 2002 war ein sehr offensichtlicher Vorbote des Desasters, was dann 2008 und in diesem Jahr folgte.

Ich habe die Veränderungen seit dieser Zeit angenommen. Natürlich kann ich nicht alles als Wohltat willkommen heißen, aber im großen und Ganzen kann ich damit leben. Manchmal muss ich Tricksen und täuschen, aber ein schlechtes Gewissen habe ich dabei garantiert nicht. Wir Alten, die jetzt nur noch als überflüssig und unnütz gebrandmarkt werden, sind aber noch als Stimmvieh bei Wahlen gut zu gebrauchen, nur werden sich die Parteien bei den nächsten Wahlen nicht bei UNS bedienen können, denn viele von uns werden wohl wählen gehen, nur nicht gerade diese Lügner und Betrüger. Bedauerlich ist nur, dass es bis heute keine Organisationsform für uns Alte gibt. Andererseits sind wir aber auch nicht blöd und werden uns bestimmt noch was einfallen lassen.