Gott im Spiel

Glaube und Frömmigkeit als Game-Blockbuster? Realitäten einfach ausblenden per Knopfdruck auf der Spielekonsole? Mir sind die Fernsehbilder über dieses katholische Jugendtreffen in Madrid noch bestens in Erinnerung, aber auch die Reden zum Auftakt des amerikanischen Wahlkampfs, wo auch ein sogenannter Glaube eine ziemlich beherrschende Rolle zu spielen scheint. In Madrid waren es die verzückten Gesichter von Jugendlichen, die einem Menschen als Gottes Stellvertreter auf Erden zujubelten, bei den Amerikanern die deutlich herausgestellten Gebete bei einer Wahlkampfveranstaltung. Jetzt hat der SPIEGEL Gott in einem Videospiel entdeckt und verbreitet es als das Normalste der Welt.

21.08.2011

Computer-Game “From Dust”

Gott, der Spieler

Von Carsten Görig

“Spiele sind Kunst”: Mit “Another World” revolutionierte der legendäre Entwickler Eric Chahi die Welt der Computer-Games. Jetzt meldet sich der Franzose mit “From Dust” furios zurück – in der Szenerie agiert der Spieler als Gott, der ganze Landschaften formen kann.

Auf dem Bildschirm verformen sich Landschaften, wie von Geisterhand saugt ein riesiger Ball Sand auf und verteilt ihn über die Welt. Wasser bahnt sich seinen Weg, schwemmt den gerade aufgeschütteten Wall weg. Lava entzündet einen Wald, zerstört ganze Dörfer. Mühsam bahnen sich deren Bewohner einen Weg zurück, errichten ihre Häuser neu, bis die nächste Naturkatastrophe zuschlägt. Sie sind den Unbilden der Natur ausgesetzt, genau wie der Spieler: Er kann in “From Dust” zwar wie ein Gott agieren, muss dann aber doch feststellen, dass die Kräfte der Natur oft stärker sind.

Im Fernsehen läuft zur Zeit wohl mit ziemlichem Erfolg eine Serie über den heiligen Krieg zwischen Christen und Muslimen, schön ‘wissenschaftlich’ aufbereitet und doch macht mir der ‘zufällige’ Zeitpunkt einiges zu Schaffen, denn an solche Zufälle glaube ich schon lange nicht mehr. Schon allein der Zulauf zu dieser “Gamescom” sollte einem normal denkenden Menschen einiges an Angst einhauchen, denn wenn ein Großteil der Menschheit spielt, kann die Lumpenelite ohne weitere Einflussnahme ihrem heftigsten Spiel nachgehen, nämlich ihre Gier auszuleben. Wer spielt, bemerkt nicht mehr, wenn die Ökonomie endgültig zum Teufel geht und Leute wie Sarrazin doch noch einfach so mal gewinnen. Wer spielt, merkt nicht mehr, wenn das Sklavenhalsband sich um seinen Hals schließt.

Mit solchen unterbewussten Gehirnwäschen werden auch Islamisten als Selbstmordattentäter auf Tour geschickt. Auch die Medien sind ein Teil dieser Lumpenelite geworden, auf diesem Weg lässt sich viel bequemer laufen. Glaube und Religion dürfen niemals wieder diesen Einfluss auf Menschen finden, dass sie unsere Sinne so beeinflussen, dass der Mensch als solches wieder zu dem Raubtier wird, dass er schon mehr als einmal war.

Ich persönlich habe nichts gegen das Spielen, wenn es sich in einem relativ normalen Rahmen bewegt, aber daran sind bestimmte Industrien garantiert nicht interessiert. Ich habe vor langer Zeit nach der C=64-Ära mit dem Spielen aufgehört, als ich merkte, dass ich wohl viel Zeit investierte, aber einen sogenannten sittlichen Nährwert einfach nicht entdecken konnte. Als ich aufhörte zu spielen, entdeckte ich den Computer in vielen seiner Facetten, lernte diese kennen und konnte sogar später richtiges Geld damit verdienen, bis die Gier einer bestimmten Art von Menschen auch dies durch die Rezession 2002 unterband. Spielen vernebelt die Sinne und lässt uns so wunderbar träumen, nur lebt keiner von uns in einem Traum, sondern in einer ungeheuer harten Realität. Wer spielt, hat auch keine Zeit mehr, solche Beiträge zu lesen.