UPDATE: AlterKnacker´s Streiflicht Nr.5 – Heute ein Spezial zu Mauern

Wenn man sich mit lesen und schreiben beschäftigt, ist man meist zuerst nur auf der Suche. Worte und ganze Texte sollen zusammen passen und einen Sinn ergeben, der auch von Anderen aufgenommen wird, auch wenn dabei entweder Kritik heraus kommt oder aber auch Nichtverstehen. Heute bin ich wieder mal, wie so oft, im SPIEGEL unterwegs und habe mir Georg Diez vorgenommen, der sich selbst der Kritiker nennt oder von anderen so genannt wird, ist ja eigentlich auch egal. Ich habe zuerst seinen Beitrag gelesen, von der Mauer und den Mauern in uns selbst und habe dann diesen Einar Schleef entdeckt. Ich weiß selbst, dass ich ein Kulturbanause bin, denn dieser Mann war mir bisher nicht bekannt.

Die Zitate von Schleef sind prägend und regen auf jeden Fall meinen intellektuellen Stuhlgang an. Der umschließende Text von Diez wird von mir nur als Füllung wahrgenommen. Seit ich selbst schreibe, bin ich auch als eine Art Entdecker (*grinZ*, wie Columbus) unterwegs, denn in meinem Hirn sind noch sehr viele weiße Stellen frei für eine Art ‘Eroberung’, nur bei mir Waffenfrei. Was aber noch spannender ist als der Beitrag selbst und auch die Zitate von Schleef, sind die Kommentare zu diesem Beitrag im Forum. Bei diesen ‘Ergüssen’ entdecke ich immer wieder Perlen, aber auch Tand, sodass ich, rein persönlich natürlich immer noch an das Volk der Dichter und Denker glauben will. Aber der Wille allein will sich bei mir diesmal nicht so recht durchsetzen, denn die im Beitrag von Diez verwendeten Zitate von Schleef werden wie in einer Metzgerei zum Teil ganz gemein durch den Fleischwolf gedreht.

Von David Cameron über Linke bis zu Rechten und Konservativen kommt dann ein Fleischsalat zustande, der für mich recht ungenießbar wirkt. Sogar lateinische Sprüche, die ich erst bei Wikipedia nachschauen muss, kommen hier zum tragen. Offensichtliche Zusammenhänge zum Beitrag oder den Zitaten kann ich erst mal nicht entdecken. Liegt aber garantiert an meiner eigenen Beschränktheit, bis ich diesen Kommentar fand. Immerhin ein Licht in dunkler Zelle.

Obwohl ich mehr von Mauern in und um uns herum erfahren wollte, die Mauer in Köpfen muss wohl aus einem unzerstörbaren Material sein, denn ich finde keine Möglichkeit für mich selbst, dieser Mauer auch nur den winzigsten Schaden zuzufügen. Schon der Film “La Zona” hat eindrucksvoll gezeigt, wie Mauern in uns und um uns wirken. Ich persönlich musste mich mein ganzes Leben mit Mauern auseinander setzen, ob ich nun dahinter weggesperrt war oder gegen unsichtbare angekämpft habe. Als die Mauer in Berlin gebaut wurde, war ich knapp 13 Jahre alt und habe zu diesem Zeitpunkt nur verstanden, dass der damaligen Ostzone (so sind wir aufgewachsen mit diesem ‘Bild’) die Menschen einfach weglaufen. Bei anderen Mauern habe ich nicht verstanden, dass man sie stehen ließ als hässliches Mahnmal des 2. Weltkriegs. Mainz war voll von diesen ‘Denkmälern’, für uns Kinder waren sie Abenteuer-Spielplätze. Manche stehen übrigens heute noch.

Der heutige sogenannte 50. Jahrestag zum Bau der Mauer in Berlin hat wieder mal viele sogenannte Politiker auf die ‘Bühne’ geschaufelt und sie Reden schwingen lassen, aber wirkliche Aussagen zu Mauern wurden wieder mal geflissentlich umgangen und wir alle bleiben mit unseren eigenen Mauern ziemlich eingemauert zurück. Auch ich werde mit meinem kleinen Hämmerchen im Kopf keine wirklichen Taten zum Einsturz solcher Mauern beitragen, auch wenn ich mich noch so redlich bemühe. Aber ich versuche es wenigstens.

UPDATE: Ein schöneres ‘Bild’ in Verbindung mit den Kackbraunen habe ich selten gesehen.