#Oslo – die Pathologie hat Hochsaison

Ich hatte es schon bei meinem ersten Beitrag zu den grauenhaften Taten in Oslo befürchtet, dass jetzt die selbsternannten Pathologen das ganze Geschehen sezieren. Dass bei manchen dieser Pathologen Abschweifungen ins Religiöse zum Vorschein kommen, sollte man dann schon sehr ernst nehmen, besonders, wenn sie sich auch noch Philosophen nennen. Bei den Medien darf jetzt jeder sogenannte Experte sein Scherflein beitragen. Als ich in meinem ersten Beitrag diesen Satz schrieb, war mir diese ganze Prozedur schon lange klar:

Der Mensch als Individuum ist viel zu komplex für solche Überlegungen, aber in den Medien lassen sich die Sprüche von Experten halt doch meist gut verkaufen. Sollte man diesen Mann jemals auf die Couch eines Psychiaters bekommen, tut mir der Psychiater heute schon leid.

Eigentlich bin ich ganz froh, für keine dieser Medien arbeiten zu müssen, denn sich für eine solche Tat irgend etwas aus den Fingern saugen zu müssen, kann richtig anstrengend sein, selbst wenn man einen psychologischen Background hat. Menschen, die so durchgeknallt sind und nicht früher oder später erkannt und aus dem Verkehr gezogen werden, sind nicht in dieser Form zu sezieren, sie haben einen Panzer um sich errichtet, der sie selbst, aber nicht ihre Opfer, schützt.

Gegen solche Einzelgänger wird es niemals eine ‘Medizin’ geben und ob er nun ins Gefängnis oder in eine Irrenanstalt eingewiesen wird, ändert im Endeffekt nichts an den Tatsachen und diese werden auch nicht in den Medien gelöst. Aber vielleicht sind es auch gerade diese Medien, die solche Monster mit ihren geradezu irrsinnigen Taten beflügeln, denn sie bringen eine Publicity, die sich gewaschen hat. Taten wie diese werden immer wieder geschehen, direkte Amokläufe sind ein Beispiel dafür, nur werden Amokläufer selten lebend erwischt.

Meine Trauer und Anteilnahme gilt den Opfer und deren Angehörigen und dem norwegischen Volk und ich bin trotz dieses Beitrags nur hilflos, wie es die meisten Menschen angesichts solcher Taten sind.