#Norisbank – Wenn Banken unverhofft zuschlagen

Ein Arschloch wie ich steckt eigentlich immer in der Scheiße, nur die Höhe des Haufens variiert.

Wieder mal habe ich nicht auf mein Bauchgefühl gehört, dass mir schon gestern in der früh um halb vier sagte, dass dies möglicherweise kein guter Tag werden würde, aber ich habe es unterdrückt, denn ich wusste, heute muss ich noch in die Stadt, um Geld für das Wochenende von der Bank zu holen.

Als ich zur ersten Filiale komme, sehe ich, die wird gerade umgebaut, ärgerlich, aber auch mit solchen Unwägbarkeiten muss Mensch leben und mit einem leicht dicken Hals bin ich dann zur nächsten Filiale, wo ich Geld abheben kann, getigert.

Jetzt kommt aber die zweite Überraschung. Karte reinschieben, Geheimzahl, auf Auszahlung drücken … und dann der Hinweis, dass die Karte nicht angenommen wird. OK, denk ich mir, Computer sind ja auch nur ‚menschlich’, dann starte ich an einem anderen Terminal noch mal einen Versuch … das gleiche Ergebnis. Mein Hals wurde immer dicker, aber ich bin ja bis zum Beweis des Gegenteils immer noch Optimist und wende mich einer neuen Filiale ganz in der Nähe zu. Und wieder das gleiche Ergebnis. Nach kurzem Nachdenken, eine bestimmte Wut steigt in mir auf, greife ich zum Handy und rufe die Hotline an (mit Handy immer gleich ein teurer ‚Spaß’).

Meine jetzt schon wirklich schlechte Laune wird durch dieses Telefonat in keiner Weise gebessert, denn um mir helfen zu können, benötigt die Dame einen Telefon-Pin, den ich, wie Murphy´s Gesetz nun einmal ist, natürlich noch nicht habe, da ich ihn erst vor wenigen Tagen beim Online-Banking bestellt habe, aber sie ist immerhin so freundlich, mir die Telefon-Nr. meiner Haus-Filiale zu nennen. Ich rufe dort also an, nur um dann zu erfahren, dass diese Filiale am Donnerstag, also gestern, nur bis 14:00 Uhr geöffnet ist und es war ja inzwischen schon 15:00 Uhr.

Das Wetter fährt inzwischen Achterbahn, mein körperlicher Zustand ist unter aller Sau und ich stehe erstmal quasi ohne Geld für die nächsten sieben Tage im Regen. Nach einer Zeit des Nachdenkens und einer SMS mit der Bitte um dringenden Rückruf an meine Betreuerin, die aber im Normalfall mit meinen Finanzen nichts zu tun hat, latsche ich zu einem Bekannten von der Diakonie, der in der Nähe arbeitet und erkläre ihm mein Dilemma. Gottseidank habe ich meinen Nettop dabei, um ihm einiges zu beweisen und auch zu zeigen und er bietet mir auch sofort an, mir mit Geld auszuhelfen, als der Rückruf von der Betreuerin kommt.

Ich noch einmal alles erklärt, da kommt von ihr der Hinweis, dass das Konto möglicherweise gepfändet ist. So langsam geht mir ein Licht auf und jetzt denke ich, dass ich erstmal ganz schön in der Scheiße sitze, denn dies würde bedeuten, dass ich mich in meinem derzeitigen schlechten körperlichen Zustand auf einiges an Lauferei gefasst machen muss, denn ich muss die Freigabe meines Kontos bei Gericht beantragen, da mein Einkommen, also meine Rente, ja unterhalb der Pfändungsgrenze liegt. Natürlich wird jetzt jeder sofort sagen, ich hätte mir ja ein sogenanntes P-Konto einrichten können, wer aber den Schwachsinn dieses relativ neuen Gesetzes inzwischen in Anspruch nimmt und auch die diversen Hürden und auch Frechheiten der Banken dieses Instrumentes kennt, wird schnell verstehen, warum ich dies nicht gemacht habe.

Hier ein Ausschnitt eines Beitrags bei gegen-Hartz.de:

„Die Banken versuchen mit allen möglichen Tricks diese Regelung zu umgehen. So findet man z.B. bei kaum einer Bank auf deren Internetpräsenz Informationen zum P-Konto. Aber damit nicht genug: Wer sein Konto als P-Konto führen lässt, wird bei manchen Banken vom Onlinebanking ausgeschlossen, teilweise werden auch Barauszahlungen an Geldautomaten unmöglich gemacht. Damit konterkarieren die Banken die eigentliche Absicht des Gesetzgebers. Wer von seinem Recht auf ein P-Konto Gebrauch macht, bekommt von den Banken alle möglichen Unannehmlichkeiten aufgebürdet. Dafür nehmen die Banken sogar in Kauf, dass ihnen durch ihre Abschreckmethoden zusätzliche Kosten entstehen, denn die Überweisung am Schalter ist für die Bank natürlich ebenfalls aufwendiger und kostenintensiv. Insofern gibt es auch keinen logischen Grund für die Banken so vorzugehen. Hier versucht man lediglich eine Waffe gegen die P-Konten aufzustellen. Allerdings meist ohne jede rechtliche Grundlage.“

Quelle: Hier der komplette Beitrag

Dabei ist es eigentlich ganz einfach und auch logisch für einen Sachbearbeiter bei einer Bank, zu erkennen, ob eine Kontopfändung gerechtfertigt und auch möglich ist oder nicht, denn er kann die Eingänge des betreffenden Kontos in Gänze sofort auf seinem Bildschirm sehen und wenn die monatlichen Einnahmen die vom Gesetzgeber festgelegte Höhe nicht übersteigen, dann ist dieses Konto automatisch ein sogenanntes P-Konto. Dass dies natürlich rein rechtlich so nicht von der Politik ausgearbeitet wurde, als diese gesetzlichen Grundlagen von den sogenannten Experten erarbeitet wurden, brauche ich wohl nicht extra zu betonen, denn viele der sogenannten ‘Hilfen’ für Betroffene werden niemals von Betroffenen erarbeitet, sondern von Fachidioten, die oft von der Materie, die sie verbocken, keine Ahnung haben. Daraufhin kann mit einem einfachen Formbrief mit wenigen externen Einfügungen dem Gläubiger dieser Tatbestand postalisch mitgeteilt werden und die Angelegenheit ist vom Tisch. Dass dabei auch die Menschenwürde des betroffenen Kontoinhabers gewahrt bleibt, sollte als selbstverständlich angesehen werden und bricht noch nicht einmal einen Zacken aus der Krone der entsprechenden Bank und was zusätzlich noch hinzukommt an Renommee, ist eigentlich unbezahlbar und kann in der heutigen Zeit nach der letzten Finanz-Krise nicht hoch genug bewertet werden.

Da es inzwischen 00:03 Uhr, also Samstag früh ist, heißt dies für mich, bis Montag warten, denn meine Betreuerin ist wohl an Freitagen telefonisch nicht mehr erreichbar, obwohl sie am Freitag Mittag von mir eine SMS mit der Bitte um Rückruf bekam. Der Anruf kam nicht und jetzt heißt es warten bis Montag. Hier im Obdachlosenasyl ist das Wochenende angebrochen und einige feiern dann gerne Hully-Gully, dass heißt, es wird ziemlich laut und manchmal rumst es ganz schön.

Natürlich habe ich mich am Freitag Mittag bei der Norisbank kundig gemacht, denn zum gleichen Zeitpunkt kamen die Unterlagen mit der Telefon-Pin per Post (man beachte weiterhin Murphys Gesetz). Es war eine Kontopfändung, von der der beteiligte Rechtsanwalt Seiler (so ca. 16.000 Einträge bei Google werden angezeigt, ob sie alle mit dieser Kanzlei zu tun haben, werden ich aber nicht versuchen, zu recherchieren), wohlbekannt als Anwalt eines einzigen Mandanten, nämlich der Telekom, schon seit einem halben Jahr durch eine eidesstattliche Versicherung von mir weiß, dass bei mir NIE wieder was zu holen ist. Aber solche Fakten interessieren eine bestimmte Art von Anwälten nicht, denn denen ist wohl schon bei ihrer Geburt das Recht auf Moral und Ethik entzogen worden. In meinem und in vielen anderen ähnlichen Fällen geht es diesen Herrschaften nur darum, den größtmöglichen Schaden für die Betroffenen anzurichten, damit sie auch nur ja die Macht spüren, welche diese Herrschaften meinen, ausüben zu können.

Natürlich werden jetzt alle sogenannten ehrlichen Schuldner aufheulen, wenn ich ganz offen sage, dass es mir inzwischen wirklich Scheißegal ist, ob und bei welcher Behörde oder Bank oder Versicherung ich Schulden habe, denn die paar Jahre, welche mir noch bleiben, lasse ich mir von einem sogenannten ‘schlechten Gewissen’ garantiert nicht kaputt machen. Dies ist in meinen Augen ganz einfach Notwehr, auch gegenüber diesem Staat. Und was noch hinzu kommt, ich habe wieder einen Beitrag zu schreiben, der einige Leute erfreut und belustigt, andere ärgert und wenn jetzt das Finanzamt noch kommt, um Vergnügungssteuer zu kassieren, können sie sich ja mit meinem erhobenen Mittelfinger vergnügen.