Schade, dass der Schuldturm abgeschafft ist

Gut, dass ich keine etablierte Zeitung herausbringen muss, diese Sommerlöcher sind furchtbare Vertiefungen im täglichen Einerlei von Finanz-Krisen und eigentlich stinklangweiligen Politik-Nachrichten, von noch langweiligeren Politikern fabriziert. Politiker mit Weitblick, auch Visionen genannt, sind weit und breit nicht zu sehen, dafür machen immer mehr als ‘Abschreiber’ Karriere.

Jede dieser Finanz-Krisen ist hausgemacht, die Schulden eines Landes sitzen in einem ewigen Teufelskreis fest und jede neue Schuldenaufnahme verfestigt ihn. Der derzeitige Schuldenstand liegt pro Kopf in Deutschland bei ca. 24.000 €uronen. Diese Summe kann ich bei meinen eigen Schulden noch verstehen, nicht aber bei Leuten, die eigentlich ihr ganzes Leben keine Schulden gemacht und immer nur gespart haben. Aus dieser Spirale gibt es fast kein Entkommen mehr, es sei denn, wie in Griechenland, aber auch in andere Staaten in Europa, dass der Staat Insolvenz anmelden muss, nur dann gibt es für einen Staat die Möglichkeit, wieder bei Null anzufangen, aber dann müsste auch Staatsvermögen in Privathand übergehen.

Reiche Menschen können es sich immer leisten, Schulden aufzunehmen, nur im Endeffekt zahlen die sogenannten Minderbemittelten die Zeche, wie jetzt in den USA. Eine besondere Form des US-Sozialsystems ist, dass die Sozialhilfe in den USA nur fünf Jahre lange gezahlt wird, danach ist Ende der Fahnenstange und dass Sternenbanner geht für die Armen endgültig auf Halbmast. Wer in diese Falle läuft, also zum Beispiel keinen Job bekommt, steht auf der Straße. Das riesige Defizit der USA ist eine Hinterlassenschaft der Regierung von George W. Bush an Barack Obama, denn die Kriegsmaschinerie, die nach 9/11 in Gang gesetzt wurde, hat mehr als dreiviertel des US-Haushaltes gekostet und die Kosten laufen so lange weiter, wie die USA sich in Konflikten involvieren und der nächste Konflikt steht quasi schon vor der Tür.

Das Defizit der USA betrifft aber dieses Land nicht alleine, denn wenn nicht umgehend etwas gravierendes daran geändert wird, dann haben wir alle eine globale Rezession am Hals, welche die Letzte wie ein Sandkastenspiel aussehen lässt. Während bei uns in Deutschland die Wirtschaft wieder halbwegs brummt und in vielen Branchen die Auftragsbücher gefüllt sind, haben die USA das Problem, dass nur bestimmte Branchen boomen, während ein Großteil der Wirtschaft auf dem Zahnfleisch läuft und somit zur Haushaltssanierung nichts beitragen kann.

Der einseitige Egoismus der Weltmacht USA hat sich auch unter Barack Obama nicht verändert und damit auch nicht das allgemeine Konsumverhalten. Think Big wird immer noch gepredigt und auch die Wiederwahl von Obama ist keinesfalls sicher, denn das Zwei-Parteien-System dieses Landes hat mit dem Begriff Demokratie inzwischen schon lange nichts mehr gemein. Der diktatorische Kommunismus chinesischer Prägung ist inzwischen rein kapitalistisch wesentlich erfolgreicher als eine Demokratie amerikanischer Prägung.

Damit will ich aber nicht sagen, dass mir diese Gesellschaftsform in irgend einer Weise gefällt, aber wenn man sich mal die Fakten ansieht und ein wenig von Mathematik versteht, dann sollte einem dies schon zu denken geben. Schon seit langem ist visionäres Denken angesagt, aber statt dessen giert fast jeder Politiker nur auf sein eigenes Bankkonto und seine eigene Stellung im immer weiter aufgeblähten Machtapparat und dabei ist die Nationalität völlig gleichgültig.