Journaille=Kanaille

Medienkritik geht mir auf Dauer auf den Keks, aber manchmal ist sie einfach, wie eine Frau Merkel so oft behauptet, A L T E R N A T I V L O S.

Gerade kam eine E-Mail-Anfrage bei mir an: “sieh nur hier: http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,772246,00.html

beachte,wie der Spiegel einfach mal Abtreibung als TÖTEN von Föten  bezeichnet. Sind wir jetzt in einem erzkonservativen und tiefreligiösen Staat im Süden der USA ?

Ich habe so geantwortet:

Was ich bisher rausgelesen habe, ist, dass WIR als Menschen uns soweit entwickelt haben, dass wir uns selbst ausrotten.

Wissenschaftler warnen davor, dass ein Ungleichgewicht des Geschlechterverhältnisses auch auf andere Teile der Welt übergreifen könnte. Inzwischen sei diese Entwicklung auch in Teilen Osteuropas zu beobachten. Selbst in den USA sei diese Tendenz erkennbar, dort sogar noch vor der Entstehung eines Fötus: In Amerika ist die Selektion nach Geschlecht bei künstlicher Befruchtung erlaubt. Das „Fertility Institute“ in Los Angeles, eine schicke Klinik in einem wohlhabenden Viertel, wirbt auf seiner Webseite mit dem Spruch: „Seien Sie sich gewiss, dass Ihr nächstes Kind das Geschlecht hat, das Sie sich wünschen.“

Quelle: Hier der komplette Beitrag

Der Fanatismus im Islam und auch in Asien zum männlichen Nachkommen ist eigentlich ‚richtig‘ toll, wenn die so weiter machen, wird es echt ‚lustig‘.

 

Wem diese Antwort zu banal ist, möge sich erst mal eine bessere ausdenken, aber so spontan ist mir wirklich erstmal nichts besseres eingefallen, zumal ich mich gerade mit einem Beitrag aus dem Stern herum schlage und nicht weiß, wie ich meine Wut über diese Art von Journalismus abreagieren kann, denn im Stern gibt es keine Möglichkeit, zu kommentieren. Besonders folgende Stelle hat es mir angetan:

Und nun die Zweifel…

Das Bundessozialministerium wies die Kritik als „nicht durch wissenschaftliche Fakten belegt“ zurück. Deutschland habe in den vergangenen Jahren auch im Sozialbereich eine positive Entwicklung genommen, die weltweit hoch anerkannt sei, sagte eine Sprecherin. Die Jugendarbeitslosigkeit sei eine der niedrigsten weltweit, die Beschäftigtenzahlen erreichten immer neue Rekordwerte. Das Rentensystem sei demografiefest, Kinderbetreuung und Ganztagsschulen würden ausgebaut, außerdem entfalte das Bildungspaket seine Wirkung, hieß es in der Erklärung des Ministeriums. Fazit: „Es ist schade, dass der UN-Unterausschuss nahezu keine Fakten aus der umfangreichen Stellungnahme der Bundesregierung im Bericht berücksichtigt hat.“

Und nicht nur von Regierungsseite aus gibt es Zweifel. Die Quellenlage lässt teilweise zu wünschen übrig. So erscheinen die Basisdaten des UN-Ausschusses nicht immer taufrisch. Die schlechte Ernährung deutscher Schüler findet sich fast wortgleich in einem Bericht der Globalisierungskritiker von Attac. Danach kommen deutsche Kinder beispielsweise oft ohne gefrühstückt zu haben in die Schule und leiden unter Mangelernährung. Der Bericht stammt aber bereits aus dem Jahre 2008, bezieht sich zudem unter anderem auf Zeitungsartikel von 2006. Auch beruft sich Attac auf Zahlen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Das DIW musste jedoch im Mai diesen Jahres seine Zahlen über Kinderarmut in Deutschland stark nach unten korrigieren.

Meine Antwort müsste jetzt eigentlich lauten: “Selbst wenn die Daten (von Attac) gerade mal zweieinhalb Jahre alt sind, so haben sie sich doch nicht geändert, sondern sind eigentlich nur noch schlechter geworden, aber das ist noch nicht mal das Wichtigste in der Antwort auf so viel Dämlichkeit. In diesem Beitrag stecken mehr Antworten, als diese ‘bezahlten’ Schreiberlinge jemals recherchieren können. Sollte dies nicht als Antwort genügen, habe ich hier eine noch viel bessere.

WIR im FIWUS und auch in anderen, ähnlichen Projekten stellen Fragen, die so schon lange nicht mehr in etablierten Medien gestellt werden, auch wenn wir keine gelernten Journalisten sind.

Den nächsten Bock schießt ausgerechnet die SÜDDEUTSCHE:

Unfall in Essen

Brennender Obdachloser im Park

06.07.2011, 19:19 2011-07-06 19:19:39

Erst sahen sie gemeinsam Fußball, dann gipfelte der Abend wohl im tödlichen Streit: Mit einem Liter Benzin soll ein 68-Jähriger einen Obdachlosen angezündet haben. Der Mann erlag seinen schweren Verbrennungen.

Quelle: Hier der komplette Beitrag

Mord wird jetzt schon als Unfall deklariert, alle Achtung!!! Und die Welt ist weiterhin eine Scheibe.

Wenn die anderen und ich nur ständig Medienkritik betreiben wollten, wären wir eigentlich schon am Ende der Fahnenstange angelangt, aber etwas mehr treibt uns schon an, wage ich einfach mal zu behaupten und letztendlich wird sich diese ‘Art von Qualität’ durchsetzen, so wie sich das Internet auch durchgesetzt hat. Auswüchse, wie bei ‚Herrn‘ Rupert Murdoch können bei uns ‘Freien’ so einfach nicht vorkommen, denn UNSERE sogenannte ‘Ehre’ ist so einfach nicht käuflich, aber sie kann sehr teuer werden.

Über den Autor

AlterKnacker

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Ein Mensch, der denkt und schreibt. Nicht immer lustig, aber das Leben ist ja auch kein Beliebtheitswettbewerb.

9 Kommentare

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