Vorbei mit der Altersruhe?

Geht es nach Schwarz-Gelb, haben Rentner in Deutschland eigentlich keine Existenzberechtigung mehr, denn sie kosten den Staat einfach zu viel an Sozialleistungen und sind ansonsten völlig nutzlos, was ja auch bei Erwerbsgeminderten nicht von der Hand zu weisen ist, denn deren Knochen sind in den meisten Fällen so zerschlissen, dass es ihnen nicht mehr möglich ist, noch irgend eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen, um sich ihre mehr als magere Rente aufzubessern. Eine immer weiter steigende Anzahl von Rentnern fallen unter die Armutsgrenze, viele davon sind im Endeffekt auf die staatliche Grundsicherung angewiesen, die an den Hartz IV-Satz gekoppelt ist. Eigentlich kann man auch sagen, wer 65 Jahre alt wird, soll am besten sich gleich wieder einen Job suchen und dann so früh wie möglich abzuleben, sonst liegt er/sie dem Staat auf der Tasche.

Dieses politische Gift wird natürlich auch in den Medien übernommen, denn wer in dieser derzeitigen Gesellschaft als unnütz empfunden wird, hat ja auch keine Lobby mehr, beziehungsweise ist diese Lobby so schwach, dass besonders von den etablierten Medien keinerlei Unterstützung zu erwarten ist. So etwas könnte man auch als neue Form der Euthanasie ansehen, aber dieses Wort darf ja in Deutschland nicht mehr verwendet werden, denn von einem sogenannten Ruhestand, den man als alter Mensch ja eigentlich noch genießen und noch recht lange leben will, wird schon lange nicht mehr gesprochen, besonders in den politischen Kreisen nicht. Was sich aber auch in der sozialpolitischen Debatte um Kosten und Ausgaben niederschlägt, denn wenn es um Kürzungen geht, wird an diesen Stellschrauben als erstes gedreht.

Berücksichtigt man nur die Hilfsbedürftigen im Rentenalter ab 65 Jahren stieg die Zahl im gleichen Zeitraum um 55 Prozent auf knapp 400000. 2009 waren die Zahlen aber in beiden Gruppen leicht rückläufig. Für 2010 liegen noch keine Statistiken vor. Die Bundesregierung weist in ihrer Antwort darauf hin, dass sich die Zahl der Leistungsempfänger vor allem in den Jahren 2003 bis 2007 erhöht habe, weil im Zuge der Hartz-Reformen ein neues Sozialleistungssystem eingeführt wurde.

2009 mussten Menschen, die die Grundsicherung im Alter benötigten, mit 658 Euro im Monat auskommen. Diesen „Bruttobedarf“ nennt die Regierung, darin enthalten sind 290 Euro für Heizung und Unterkunft.

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Hier haben wir in Deutschland schon lange die 2-Klassen-Gesellschaft, denn Pensionäre sind ja im allgemeinen die bessergestellten Ruheständler, die auch im Endeffekt noch was zu vererben haben und als Konsumenten ganz besonders hofiert werden, besonders, wenn sie aus dem politischen Umfeld kommen oder Staatsdiener waren, was sich auch besonders in der Lobbyarbeit niederschlägt. Aber Rentner und Pensionäre haben eines gemeinsam; je früher sie sterben, umso so weniger Kosten verursachen sie dem Staat und tragen so, nach ökonomischen Kriterien, zu wirklicher Effizienz bei den staatlichen Haushalten bei und dies wird auch in den Medien immer wieder angedeutet, ohne es offen auszusprechen.

Besonders die Altersarmut gibt dieser neuen Art von Euthanasie einen besonderen Schub, da viele der Ruheständler die ständig steigenden Gesundheitskosten nicht mehr tragen können und somit zwangsläufig quasi verrecken müssen, weil sie sich die für sie notwendigen Medikamente nicht mehr leisten können, denn kaum ein Ruheständler ist in der Lage, absolut topfit in Rente oder Pension zu gehen.

Was mich besonders wütend, aber auch traurig macht, ist die stumme Zustimmung in dieser Gesellschaft, denn es wird einfach nicht mehr gelehrt, dass es außer den ganz jungen auch die alten Menschen gibt, die trotz des Alters noch genauso gebraucht werden, wie die voll im Berufsleben stehenden, denn wirkliche Erfahrungen und Wissen hat man nur im Alter und wenn diese Erfahrungen nicht mehr genutzt und angenommen werden von der Allgemeinheit, dann wird Potential vergeudet, dass unbezahlbar ist. Wenn diese Art von Gesellschaft so weiter macht mit ihrer Ignoranz, hat sie es in keiner Weise verdient, zu überleben.

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AlterKnacker

AlterKnacker

Ein Mensch, der denkt und schreibt. Nicht immer lustig, aber das Leben ist ja auch kein Beliebtheitswettbewerb.