Unheiligste Parallelen

Der Dokumentarfilm “Geheimsache Ghettofilm” gestern Nacht im Ersten wird mir wohl so schnell nicht mehr aus dem Kopf gehen, denn allein was die Kameramänner dort im Namen der Nazis gesehen und auch noch aufgenommen und auch auf Weisung inszeniert haben, ist eigentlich so unglaublich unmenschlich, dass diese sogenannte ‘Herrenrasse’ den Begriff ‘Rasse’ oder auch Menschen überhaupt nicht verdient haben. Da ich erst nach dem Krieg geboren bin, aber selbst später als Kameramann gearbeitet habe, fällt es mir inzwischen schwer, mich noch als solcher zu bezeichnen, denn die Bilder waren so grauenhaft, dass man sie mit geschriebenen Worten kaum beschreiben kann, wobei hinzu kommt, dass dieses Material auch noch ohne Originalton war und nur von Kommentaren von ARTE unterlegt war und dadurch noch wesentlich eindringlicher wirkte.

Diese 30 Tage an Filmmaterial, auf 60 Minuten geschnitten, haben in erster Linie Menschen in einer Situation gezeigt, für die der Begriff ‘Perversion’ es nicht annähernd beschreibt, was diese Nazimaschinerie in Wirklichkeit war und diese Menschen mit äußerster und brutalster Gewalt hineingetrieben hat. Der Mensch als Raubtier in Verbindung mit einer Ideologie des Super-Perversen kommt ihm aber auch nicht näher.

Das Warschauer Ghetto im Mai/Juni 1942, wenige Monate vor Beginn der Deportationen in die Vernichtungslager, zeigt Menschen in der unglaublichen Extrem-Situation des ständigen Verhungerns. Wer diese Menschen und speziell die Gesichter gesehen hat, kann sich eigentlich gar nicht vorstellen, dass dies ihnen von anderen sogenannten Menschen zu gefügt wurde. Selbst in allen wissenschaftlichen Erkenntnissen gibt es kein Beispiel dafür, dass Tiere jemals so etwas getan haben könnten, also wäre der Begriff für diese Nazis, sie wären Tiere, ein Sakrileg gegenüber wirklichen Tieren.

Wenn ich aber mit diesen Bildern im Kopf mir danach die Bilder des Nachtmagazins von den Griechen und ihrer derzeitigen Situation mal genauer durch den Kopf gehen lasse, erscheinen in meiner Phantasie doch erhebliche Parallelen, nur ist es diesmal nicht eine Stadt, sondern ein ganzes Land, dass erstmals ghettoisiert wird. Das Geschichte, besonders die ganz miese, sich wiederholen kann, dürfte ausreichend bekannt sein. Dass der Mensch auch in großem Stil zur Vernichtung der eigenen Rasse imstande ist, dafür gibt es mehr als ausreichend Beispiele und die USA spielen darin eine nicht unwesentliche Rolle, aber Warschau im Jahre 1942 und Griechenland heute gehen mir dabei nicht mehr aus dem Kopf, denn auch hier sehe ich fast täglich in die verzweifelsten Gesichter von Menschen, die zum Spielball von Mächtigen geworden sind.

Nicht der einzelne und einfache Grieche hat diese Finanzkrise seines Landes verschuldet, es waren ‘Nazis in Schlips und Kragen’, denen Menschenleben gar nichts, aber Geld und Finanzen alles bedeuten. Diese heutigen ‘Nazis’ in ihren schicken Büros an der Wallstreet und in den sogenannten Ratingagenturen brauchen noch nicht mal ihre Büros zu verlassen, um direkte Gewalt auszuüben, es genügt ein Druck auf einer Computertastatur und schon ist ein ganzes Land im Arsch.

Das schlimmste aber für mich besteht darin, dass Deutschland wieder mittendrin dabei ist und auch noch als ‘Führerschaft’ in Europa gehandelt wird, ganz so, als hätte die Letzte uns regelrecht ‘qualifiziert’.

15.06.2011

Streit über Griechenland-Hilfe

Merkels harte Linie verärgert Europa

Von Philipp Wittrock und Severin Weiland

Bundeskanzlerin Merkel, Finanzminister Schäuble: "Es hat mächtig gekracht"

dapd

Bundeskanzlerin Merkel, Finanzminister Schäuble: “Es hat mächtig gekracht”

Mit dem Plädoyer für eine Beteiligung privater Investoren an der Griechenland-Rettung bringt Deutschland Europa und die EZB gegen sich auf. Ein Krisentreffen zwischen Angela Merkel und Nicolas Sarkozy soll den Durchbruch bringen, die Kanzlerin wird von ihrem harten Kurs abrücken müssen.

Berlin – Der Empfang wird wieder betont herzlich ausfallen. Nicht so pompös wie noch vor drei Wochen beim G-8-Treffen im Seebad Deauville, mit rotem Teppich und fröhlichem Bad in der Menge. Aber für die Fotografen werden sich Angela Merkel und Nicolas Sarkozy auch diesmal ins Zeug legen, wenn Frankreichs Präsident die Bundeskanzlerin im Berliner Kanzleramt besucht: Küsschen links, Küsschen rechts, lächeln, winken.

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