Macht, auf Teufel komm raus

Eigentlich sind die Namen, die hinter der Macht herrennen, völlig egal und austauschbar, es zählt nur allein, dass die Zukunft irgendwie gesichert ist und Hartz IV nirgends lauert.

Einerseits ist dies als relativ menschlich anzusehen, wenn man mit Macht auch menschlich umgehen kann und nicht nur sein eigenes Ego zu streicheln versucht. Andererseits hat Macht aber die unangenehme Eigenschaft, den Charakter von Menschen wie eine Krake zu umschlingen und in die Tiefe zu ziehen. Davon kann man in der heutigen Zeit keine Partei und erst recht nicht Einzelpersonen, die diese Macht anstreben, ausnehmen. Oft genug habe ich den Eindruck, dass gerade Menschen, die sich im freien Wettbewerb zum Beispiel als Unternehmer oder auch als Freelancer nur sehr schlecht oder auch überhaupt nicht behaupten könnten, in das Haifischbecken Politik begeben, denn wirkliche dumme Menschen haben diese Voraussetzungen, die man, wie zum Beispiel gut reden und argumentieren zu können, sowieso nicht, wobei die Argumente auch echte Scheiße sein können.

13.06.2011

Streit bei den Grünen

Kretschmann gibt den neuen Joschka

Von Björn Hengst

Er ist jetzt der starke Mann bei den Grünen: Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann will Einfluss auf die Agenda seiner Partei nehmen. Er liebäugelt mit Schwarz-Grün und unterstützt Angela Merkels Atompläne – sehr zum Ärger der Parteispitze. Claudia Roth reagiert pikiert.

Hamburg – Zwischen der Villa Reitzenstein in Stuttgart und der Parteizentrale der Grünen in Berlin liegen rund 630 Kilometer, dennoch muss sich die Führungsspitze der Öko-Partei künftig auf Ratschläge und Handlungsempfehlungen aus dem fernen Baden-Württemberg einstellen – und auf einen Konkurrenten bei der Frage, wer in der Partei was zu sagen hat.

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Parteien und die darin eingebundenen Personen sind besonders anfällig für diese menschlichen Fehlleistungen, denn sie erwartet ja bei Erlangung von Machtpositionen ein reichhaltiges Reservoir an öffentlicher Aufmerksamkeit und niemals nur ein finanzieller ‘Notgroschen’ und diese beiden Eigenschaften schaffen sehr schnell eine überaus eigene Arroganz. Selbst ein Gang in die Opposition ist nur ein ärgerliches Zwischenspiel, dass danach relativ harmlos hingenommen wird. Wichtig ist nur, überhaupt gewählt zu sein, alles andere wird dann unsichtbar hinter den Kulissen gehandhabt.

Selbst wenn die Vernunft eigentlich zum Rückzug rufen würde, sind einmal Gewählte fast nicht mehr in der Lage, diese Vernunft walten zu lassen und so kleben sie an ihren Sitzen, denn ‘vergessen werden’ darf nach ihrer Vorstellung niemals wieder vorkommen und diese Vorstellung ist so eingeengt wie bei einem Pferd mit Scheuklappen.