Neue Kolumne: Der Samstagsblick Nr.1, aber lesbar an jedem Tag der Woche

Wer Texte schreibt, muss sich immer was Neues einfallen lassen, damit sich das Publikum auf Dauer nicht langweilt, besonders hier im Internet, zwingt also den Schreiber, mehr Phantasie walten zu lassen.

Der heute aus der Taufe gehobene Samstagsblick ist Boulevard der etwas anderen Art. Würde ich in einer Stadt wie München oder Berlin leben, kämen sogar Nachrichten hinzu, die man sonst nur in Blättern wie der Bunten und ähnlichen Erzeugnissen nachlesen kann. Aber ich lebe nun mal jetzt in Passau, einer Stadt, die durch Tourismus nicht weniger quirlig ist, aber auch bestimmte Themen ganz einfach nicht zulässt. Hier in der Stadt gibt es wohl eine lebendige Kabarett-Szene, der ich aber aus Gründen der Nicht-Bezahlbarkeit noch aus dem Weg gehen muss. Ich bin auf Informationen aus zweiter und dritter Hand angewiesen. Mein Lieblings-Café liegt in der Bahnhofstrasse, weil ich dort immer sehr freundlich bedient werde, Beiträge schreiben kann und auch nach 2 oder 3 Stunden mit einem Cappuccino und einem Spezi als Verzehr auskomme. Und ich kann drinnen und draußen sitzen und doch viel beobachten.

Der Samstagsblick ist aber auch in vielen Fällen sehr persönlich, denn auch wenn mein Leben inzwischen ziemlich langweilig ist, so bleibt es doch nicht außen vor. Ich atme noch, kann noch tippen, brauche bei Handschriftlichem außer bei einer Unterschrift immer jemanden, der mir hilft, sonst ist leider nichts mehr zu entziffern. Ich denke viel und bewege mich wenig, denn oft sind meine körperlichen Schmerzen einfach zu groß, andererseits tue ich mir aber nicht leid oder auch doch schon mal ein ganz klein wenig, aber diese wenigen Male sind dann doch eher Wut auf etwas, worauf ich keinen oder nur wenig Einfluss habe. Ich muss also niemanden leid tun, dafür habe ich einen Spiegel. Wenn ich in diesen rein schaue, so wie gestern im Aufzug zu meinem Hausarzt, dann kann ich nur feststellen: “Du wirst auch nicht attraktiver”.

Was mein Aussehen angeht, so war ich nie besonders gut aussehend, aber ich hatte immerhin eine ganze Anzahl sehr gut aussehender Frauen und Freundinnen in meinem Leben, was mich selbst am meisten verwundert hat. Apropos Aussehen; hier in Passau gibt es so eine Mischung bei der Damenwelt zwischen (Kopfkratz) sehr wirklich exklusiv und, ich nenne sie einfach Bauerntrampel, was aber keine Beleidigung sein soll, denn die sogenannten Schönheiten machen oft genug den Eindruck, als könnten sie nicht bis 5 zählen. Außerdem sehen viele aus wie geklont, nur leider ohne innere Persönlichkeit. Aber solche Eigentümlichkeiten des Lebens sieht man nicht nur in Städten wie Passau, unsere derzeitige Generation bringt diesen Typus wie vom Fließband auf die Welt und erzieht sie auch noch entsprechend. Äußerliche Arroganz ist offensichtlich groß in Mode.

Was die wirklich äußerliche Mode angeht, so bin ich wirklich auf dem Land gelandet, die Geschmacksverirrungen sind ein absolutes ‘Nonplusultra’, aber die meisten sogenannten Verirrungen sind auf die hiesigen Geschäfte und deren Einkäufer zurück zu führen. Man kann eben nur kaufen, was angeboten wird. Für mich kann wirklicher Geschmack, was das Äußere angeht nur wachsen, wenn auch ein entsprechendes Angebot vorhanden ist und dabei spreche ich nicht von der Haute Couture der Großstadt, die ja auch nicht von Jedermann bzw. Frau getragen werden kann, es mangelt ganz einfach am Blick für Design und am Mut der Händler. Damit steht Passau ganz gewiss nicht alleine da und es liegt auch nicht allein an den Einkommen, denn die scheinen hier in der Stadt wesentlich besser zu sein als in vielen anderen Städten in Deutschland, aber dass ist nur ein sehr persönlicher oberflächlicher Eindruck von mir. Die Stadt lebt nun mal viel vom Tourismus und natürlich auch von der Kirche, welche wohl einen ziemlich großen Einfluss in dieser Stadt hat.

Mein Besuch der Stadt findet auch fast nie am Samstag statt, denn dass wäre mir persönlich dann doch zu viel Volk.

Aber Boulevard geht nun mal nicht ohne besondere Nachrichten, diesmal sogar welche, über die der Spiegel berichten ‘muss’:

05.06.2011

Bernard Madoff

Unterhosen des Milliardenbetrügers versteigert

Bernard Madoff: Foto von nacktem Hinterteil für 4600 Dollar versteigert

REUTERS

Bernard Madoff: Foto von nacktem Hinterteil für 4600 Dollar versteigert

Der Finanzbetrüger Bernard Madoff verbüßt eine lebenslange Haftstrafe, nun ist sein Hausrat unter den Hammer gekommen. Tausende Interessenten lieferten sich einen Bieterwettstreit – um Unterwäsche und ein sehr privates Foto des 73-Jährigen.

Miami – Mehr als 400.000 Dollar haben Haushaltsgegenstände des verurteilten amerikanischen Finanzbetrügers Bernard Madoff bei einer Auktion in Florida eingebracht. Die Polizei habe die Auktion am Samstag in Miami Beach veranstaltet, berichtete die Zeitung “Miami Herald”. Und der Andrang war groß: Etwa 6000 Interessierte lieferten sich Bieterwettbewerbe um die Stücke.

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Wenn ich aber so die letzten 50 Jahre zurückdenke, erinnere ich mich an ‘Vorbilder’, die nicht gerade einer ganzen Menge Leute ihr Geld auf üble Weise abgezockt haben und nun nie wieder aus dem Knast kommen, wenigstens nicht mehr lebend. Da halte ich mich doch lieber an die Vorbilder meiner Jugend, wie Prinz Eisenherz und ähnliches. Überhaupt, die Helden aus den Comics hatten alle etwas vorbildliches, denn man wusste immer, wer auf der guten oder bösen Seite stand.

Schon einmal habe ich einen Beitrag zu Vorbildern geschrieben, aber da mein Projekt FIWUS noch ganz am Anfang stand, geht so ein Beitrag schnell im Internet unter und wird nur durch Zufall vielleicht mal angeklickt.

Ich kann meiner Leserschaft nur Angebote machen und dazu beitragen, sie auch anzunehmen, wenn ich sie selbst verfasse und nicht nur, wie die Herrschaften Guttenberg und Koch-Mehrin einfach kopiere. Dass, was ich schreibe, manchmal unter wirklichen Mühen, ist meine Denke, nicht für jeden nachvollziehbar und auch erträglich, aber so ist es auch niemals beabsichtigt gewesen.