AlterKnacker´s Streiflicht Nr.2

Am 28.04.2011 nach dem Herzinfarkt aus dem Krankenhaus entlassen, gebe ich heute mal einen persönlichen Zwischenbericht zum Besten, den wahrscheinlich sowieso keine Sau interessiert, aber ich muss ihn einfach loswerden.

An dieses Obdachlosenasyl werde ich mich niemals gewöhnen und ich bete schon, dass endlich die anvisierte Wohnung, die wegen eines Wasserschadens renoviert werden muss, fertig wird. Ich brauche als erstes wieder ein voll funktionsfähiges Internet, denn schon wieder wurde mein Kontingent gedrosselt von 1&1 und die ewige Warterei auf Seiten geht ziemlich auf den Sack.

Im Asyl werde ich zu 95% in Ruhe gelassen, denn ich halte mich allem raus, aber auf unserem Gang gibt es, wie sollte es auch anders sein, einen Typen, der der Meinung zu sein scheint, die Welt wurde nur für ihn geschaffen und deshalb bräuchte er keinerlei Rücksicht auf andere Menschen zu nehmen. Auch so etwas geht mir auf den Sack, aber ich halte mich einfach zurück, solange er mir aus dem Weg geht.

Seit der Entlassung aus dem Krankenhaus habe ich keine warme Mahlzeit mehr zu mir genommen, denn im Asyl besteht dazu keine Möglichkeit und mit Suppenküchen in dieser Stadt habe ich keine Erfahrungen, da ich nur in äußersten Notfällen (Einkaufen, Arztbesuche) das Haus verlasse. Apropos Arztbesuche, ich habe jetzt einen Hausarzt, der mir gleich mal zu Anfang einen echten Batzen Medikamente verschrieben hat und die ich mit der üblichen Zuzahlung löhnen musste. Da sind schon mal gleich 40 €uronen über den Jordan gegangen und ich war zu diesem Zeitpunkt fast pleite. Die Einschränkungen bei meinen ‘Mahlzeiten’ waren entsprechend.

So in den ersten 14 Tagen nach dem Krankenhaus war mein psychischer Zustand eine wahre ‘Goldgrube’ aus Ängsten. An ein normales Einschlafen war gar nicht zu denken, allein die Angst, am anderen Tag nicht mehr aufzuwachen, hielt mich quasi ‘auf den Beinen’. Wenn ich zu diesem Zeitpunkt keine Psychopharmaka gehabt hätte, wäre ich wahrscheinlich durch Schlaflosigkeit gepaart mit Angstattacken über den Jordan gegangen. Inzwischen geht es besser, aber die Qualmerei hat sich leider wieder gesteigert, besonders beim Schreiben. Ich versuche wohl, mich zu kontrollieren, aber in der Beziehung bin ich ein echter Versager.

Auch mein Tatterich hat sich gesteigert, Suppen meide ich, wenn welche mal wieder anstehen sollten, wie die Pest, denn nichts bleibt auf dem Löffel vom Teller zum Mund. Was in dieser Situation besonders unangenehm ist, ist die Tatsache, dass ich durch die Herzmedikamente das Parkinson-Medikament nicht nehmen kann, die vertragen sich nicht. An eine bestimmte ‘Zukunft’ darf ich eigentlich nicht mal ansatzweise denken, sonst bekomme ich sofort ‘Zustände’, andererseits werde ich für den Rest meines Lebens mit diesen Handicaps leben müssen, als reiße ich mich so einigermaßen am Riemen und versuche, das Beste daraus zu machen, besonders was das Schreiben angeht.

So, genug ‘gejammert’, bis die Tage.

Über den Autor

AlterKnacker

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Ein Mensch, der denkt und schreibt. Nicht immer lustig, aber das Leben ist ja auch kein Beliebtheitswettbewerb.