Wir haben Klassenkrieg, weil wir ein Volk von Aufmerksamkeitsgestörten geworden sind?

Diese Überschrift habe ich in diesem Beitrag gefunden und mir gedacht, dass man solche Aussagen auch noch ausbauen kann.

Aufmerksamkeit bedeutet in erster Linie: Genau hinschauen und hinhören. Fällt uns Deutschen dies inzwischen wirklich so schwer? Oder sind wir mit diesem Phänomen gar nicht so allein?

Durch das Internet sind wir heute ganz leicht in der Lage, nach jeglichen Daten, die uns relevant erscheinen, zu suchen und auch zu finden, aber damit allein ist es nun mal nicht getan. Diese Daten müssen auch verarbeitet werden, nicht mit einer Maschine, die nur Nullen und Einsen kennt, sondern mit unserem ganz privaten und körpereigenen ‘Computer’, unserem Gehirn. Solche Auswertungen sind so individuell, wie es Menschen aus diesem Planeten gibt. Ein Gehirn, dass in einer Alkohollauge schwimmt, bekommt ganz andere Resultate geliefert, als ein Gehirn, dass sich durch Lesen und ständiges Lernen immer wieder fast neu erfindet.

Bei mir zum Beispiel dauert die Erstellung eines Beitrags im FIWUS im Durchschnitt 2,5 bis 3,5 Stunden, aber es gibt auch Tage, da fließt mein Gehirnschmalz flüssiger und dadurch schneller und es gibt Tage, da denke ich, mein Gehirn besteht aus Beton und mit vielen Unterbrechungen kommen auch 6, 7 oder 8 Stunden zusammen.

Was zur Zeit in Spanien, aber auch zeitgleich in den arabischen Ländern wie Syrien und Libyen passiert, wird natürlich in Deutschland eher zweitrangig aufgenommen, als Nachrichten (natürlich von den Medien gefiltert), die sich auf unsere eigene Situation beziehen. Politik aus dem eigenen Land wird immer unter anderen Gesichtspunkten ‘wahrgenommen’, als aus dem sogenannten ‘Ausland’. Nur gibt es, ganzheitlich gesehen, für den Menschen auf diesem Planeten, gar kein Ausland, denn die Grenzen, die wir angelegt haben, befinden sich zum aller größten Teil in unseren Köpfen und die äußeren Grenzen setzt uns der Weltraum.

Diese Art der Anschauung unserer Existenz bedarf natürlich eines stetigen Lernprozesses, den der einzelne von uns mitmachen kann und auch will, der andere eben nicht, aus den unterschiedlichsten Gründen. Andererseits sind wir alle mehr oder weniger darauf aus, Aufmerksamkeit zu fordern und zu finden, weil wir nun mal ein soziales Wesen sind, allein schon durch die Fähigkeit der Sprache, denn auch schon die angenommenen Grunzlaute unserer ganz frühen Vorfahren wie die Steinzeitmenschen konnten sich auf diese Art verständigen. Bei Tieren sind diese Fähigkeiten nur sporadisch und völlig unzureichend ausgebildet.

Was uns Menschen aber noch stärker von Tier unterscheidet, ist das Wissen von Gut und Böse, denn es ist ein intellektueller Vorgang, der mit der Fähigkeit des Denkens zusammen hängt. Auch wenn wir in bestimmten Situationen manchmal noch eher instinktiv reagieren, wie zum Beispiel bei Gefahr, so lässt sich aber nicht verhindern, dass der Intellekt bald darauf die Oberhand gewinnt und wir auch wieder rational reagieren können. Natürlich gibt es hierfür Ausnahmen, aber die fallen bei der Masse der Menschen nicht zu sehr ins Gewicht.

Der Steinzeitmensch richtete seine Aufmerksamkeit auf seine nächste Umgebung, um Gefahren rechtzeitig zu erkennen in einer ihm feindlichen Umwelt, der moderne Mensch liest Zeitung und hört und sieht Nachrichten, um auf dem Laufenden zu sein. Hier kann er, wenn er seinen Intellekt wirklich und richtig nutzt, auch die Gefahren, die ihm drohen, in den meisten Fällen rechtzeitig erkennen. Es kommt also, in der Gesamtheit gesehen, immer auch auf jeden Einzelnen von uns an, wenn wir als Menschen die Gefahren, die uns von anderen Menschen drohen, rechtzeitig erkennen und dann auch  reagieren, indem wir andere Menschen warnen vor diesen Gefahren.

Aufmerksamkeit gehört zum Leben eines jeden Menschen dazu, wer zu bequem ist, diese wirklich zu nutzen, begibt sich selbst in Gefahr und muss damit rechnen, in dieser Gefahr vor die Hunde zu gehen.