HARTZ IV: Von allgemeinem Interesse

Es vergeht kaum ein Tag mit Nachrichten und Berichten zu den ‘unglaublichen’ Hartz-Gesetzen und einem Sozialstaat, der seit 2005 keiner mehr ist, aber fast nie kommen die wirklich Betroffenen zu Wort und wenn, dann werden sie oft genug von den etablierten Medien wie Tanzbären vorgeführt.

Wunderschön sind dann Versuche, diesem “Kind” einen neuen Namen zu verpassen, damit sich der eigene Name (z.B. von der Leyen) nicht in den Geschichtsbüchern mit Versagen gleichgesetzt werden.

Aus Hartz IV soll ChaföG werden

Aus Hartz IV soll ChaföG werden
09.05.2011
Die unsägliche Arbeitsmarktreform Hartz IV wurde nach dem (Mit-) Erfinder und verurteiltem VW-Ex-Manager Peter Hartz benannt. Schon seit längerer Zeit ist den PR-Strategen der Bundesregierung das Wort Hartz IV ein Dorn im Auge. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte erst im Herbst letzten Jahres vorgeschlagen, „Hartz IV“ in „Basisgeld“ umzubenennen. Doch schon dieser Versuch scheiterte, weil Hartz IV eben vordergründig eine Wortschöpfung des Volkes selbst ist. Mit Hartz IV wird nicht etwa nur der Bezug des Arbeitslosengeldes II bezeichnet, sondern auch eine ganze Palette von Ungerechtigkeiten des Systems. Um “Hartz IV” abzuschaffen, benötigt es weitaus mehr, als nur eine neue Worterfindung. Nun melden sich Sprachwissenschaftler der Gesellschaft für deutsche Sprache, die im Auftrag des Bundesministerium der Justiz im „Magazin für Soziales und Familie“ eine neue Wortschöpfung vorstellen. Das tolle neue Wort soll „ChaföG“ heißen.

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Solche Wortspiele werden schon lange gesucht, aber Wortakrobaten sind wirklich sehr rar gesät in diesem Land und die nötige Intelligenz wohl ebenso. Um es gleich vorweg zu erwähnen, ich gehöre bestimmt nicht dazu, schon weil meine eigene Schulbildung ‘nicht genügend’ ist.

Und wieder geht es um Zahlen, denn genau mit diesen spielen Politiker besonders gerne, da sie eine Unbestechlichkeit wie kein anderes Instrument vortäuschen können, wäre da nicht der Spruch von Franklin Delano Roosevelt: Ich stehe Statistiken etwas skeptisch gegenüber. Denn laut Statistik haben ein Millionär und ein armer Kerl jeder eine halbe Million.

Statistik
Kinderarmut schrumpft – auf dem Papier

Die Forscher des DIW korrigieren die Zahlen nach unten: Kinder sind zwar weiterhin besonders oft auf Hartz IV angewiesen. Doch die Zahl der verarmten Kinder sind deutlich geringer. Möglich macht das eine neue Methode.

Kinder sind besonders oft auf Hartz IV angewiesen.

Kinder sind besonders oft auf Hartz IV angewiesen.
Foto: dapd

Frankfurt –

Kinderarmut ist in Deutschland vermutlich weniger verbreitet als bislang angenommen. Das legen neue Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) nahe. Demnach waren im Jahr 2008 rund acht Prozent aller Kinder arm. Sie lebten in Haushalten, die mit weniger als der Hälfte des mittleren Einkommens zurechtkommen müssen. Für frühere Jahre hat das DIW seine Angaben drastisch nach unten korrigiert: 2004 waren demnach nicht 16 Prozent aller Kinder arm, sondern lediglich zehn Prozent.

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Der letzte Beitrag für heute ist am ergiebigsten, aber auch am umfangreichsten und sollte wirklich mal aufmerksam gelesen werden. Er hat es mehr als verdient und es könnte ja bei dem einen oder anderen zu einem richtigen Aha-Effekt kommen.

H4: Gedanken über ein System …

von realasmodis @ 2011-05-09 – 12:00:49

(Ich hatte kürzlich eine Mailanfrage aus der Schweiz zum Thema Hartz-IV. Nachdem auch Portugal auf Hartz-IV anspringt, macht man sich in den umliegenden Ländern so seine Gedanken über Sinn und Unsinn eines derartigen Systems. Ich habe besagte Mail ausführlich beantwortet und weil der Empfänger mich darum gebeten hat, veröffentliche ich die wesentlichen Passagen dieser Antwort auch hier in meinem Blog. Das alles ist natürlich nur meine eigene, ganz persönliche Meinung dazu. Geboren aus und gefestigt durch eigene Erfahrungen. Aber es könnte ja von allgemeinem Interesse sein …)
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Deutschland ist von 1950 bis 2000 sehr gut ohne Hartz-IV ausgekommen, also ein halbes Jahrhundert lang. Die Kohl-Regierung hatte allerdings gegen Ende der 1990er Jahre durch Misswirtschaft einen gigantischen Schuldenberg angehäuft; eine Situation, die durch die Wiedervereinigung extrem verschärft wurde. Hinzu kam, dass ein Staatssekretär unter Kohl – nämlich ein gewisser Horst Köhler, den man später für seine “Verdienste” zum Präsidenten machte – die Renten- und Arbeitslosenkassen zur Finanzierung der Deutschen Einheit kaltlächelnd leergeräumt hat. Das waren die Kassen, in die die Zwangseinzahlungen der arbeitenden Menschen seit 1950 geflossen sind. Da war ich selbst auch mit dabei. 31 Jahre lang.

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