Behörden und Formulare

Wer mit Behörden zu tun hat, wird auch in einen regelrechten Krieg mit dem Papier hineingezogen, denn ohne diesen endlichen Rohstoff geht in diesem Land gar nichts. Der Verbrauch dieser Ressourcen ist enorm. Formulare von Behörden sind die Pest. Aber es geht auch anders, wie, erfährt jeder, der/die den ganzen Beitrag gelesen hat.

Wie ja schon aus einem etwas früheren Beitrag von mir dürfte sich inzwischen herum gesprochen haben, dass ich regelrecht aus Österreich ‘geflohen’ bin, und doch habe ich nicht nur schlechte Erfahrungen in diesem Land machen können.

Dieses Land ist mit dem E-Gouvernement ausgestattet. Ins deutsche übersetzt heißt dass, alle Behörden und der ganze sonstige Papierkram steht im Internet, kann dort direkt am Bildschirm ausgefüllt werden und nach einer nochmaligen Überprüfung dann als Datei gespeichert werden. Diese Datei, ein Word-Dokument wird dann per E-Mail verschickt, bei der entsprechenden Behörde gespeichert, in den Vorgang eingearbeitet und man hat selbst im Endeffekt nur einen Ausdruck, den man noch unterschreibt und dann selbst zur Behörde latscht, inzwischen an Deutschland meilenweit vorbei gezogen. Was ist eigentlich in diesem Land schiefgelaufen, dass uns ein kleines Land wie Österreich, was die IT-Infrastruktur angeht, so den Rang abläuft und zum Beispiel die Bundesagentur für Arbeit Hunderte von Millionen €uronen quasi der Telekom hinterher schmeißt für die Hartz IV-Software, um dann in der Softwarebranche Lachkrämpfe auszulösen.

Natürlich weiß ich auch nicht, wie dies in Österreich ablief, aber dort sehe ich ein Ergebnis, dass sich sehen lassen kann und von den Bürgern angenommen wird. Und ich gehe eigentlich jede Wette ein, dass sich diese Kosten nicht im Rahmen der deutschen Kosten bewegen.

Natürlich ist mir bekannt, dass es auch noch Leute geben soll, die mit Computern und dem Internet überhaupt nichts anfangen können, genau so wie es Männer gibt, die mit Frauen nichts anfangen können und umgekehrt. Wenn ich nur allein von mir ausgehe und meinem Handicap (Parkinson), so ist diese Art des Internet mehr als eine Bereicherung und Hilfe für mich. Dies muss auch in die Köpfe der Computer- und Internetgegner und ich weiß nur zu gut, welche Überwindung es kostet, besonders wenn man dann noch um Hilfe nachfragen muss. Aber es gibt sie, diese Hilfe, sogar auf der Straße kann man fremde junge Leute ansprechen, wenn man auch sonst fast nie um Hilfe bittet. Nach Hilfe fragen kann auch das Leben allgemein bereichern.

Herr hilf und schmeiß Hirn auf die deutsche Politik und ihre Behörden und Beamten.