Die ‘vernachlässigte und jammernde’ Wirtschaft

“Wir haben zu wenig Fachkräfte”, “Wir werden und sind durch den Fachkräftemangel nicht mehr konkurrenzfähig”, “Die Politik lässt uns mit den Nachzug von Fachkräften im Stich”.

Solche und ähnliche Aussagen werden jetzt wohl permanent in den Medien lanciert, das große Jammern innerhalb der Führungsriegen der Wirtschaft nimmt schon immer mehr den Charakter einer Hysterie an, dabei ist dieses Problem ganz einfach Hausgemacht, denn ein ganz bestimmtes Potential wird heute schon gar nicht mehr in Erwägung gezogen. Der Begriff “Hartz IV” und die mit diesem Begriff geschlagenen arbeitslosen Fachkräfte wurden zuerst von den Politikern, dann von den Medien, allen voran von der BLÖD-Zeitung in einer beispiellosen Hexenjagd stigmatisiert, dass diese Wirkung sich letztendlich so vehement in den Köpfen festgesetzt hat, wie selten ein anderes Ereignis.

Unter sieben Millionen Arbeitslosen sind nun mal vielleicht eine Million, und die gab es in Zeiten der stinknormalen Sozialhilfe auch als Prozentsatz, die nicht arbeiten wollen oder können oder beides. Die restlichen sechs Millionen werden aber gar nicht erst gefragt, sondern mit der einen Million in den gleichen Topf geworfen von hirnlosen Politikern wie Westerwelle mit seiner Hetze gegen eine nicht vorhandene Dekadenz oder durch Aussagen einer Kanzlerin, die bei der sogenannten Hartz IV-Reform im Endeffekt in die gleiche Kerbe geschlagen hat, nur mit anderen Worten. Dass war wirklich weitsichtig. Ich nenne es Dämlichkeit hoch 3.

Eigentlich sollte jetzt, unter der Prämisse des wirklichen, nicht eines imaginären Fachkräftemangels als erstes die Frage der Wirtschaft, aber auch der Politik stehen, wie motivieren und fördern wir wieder dieses Potential, statt es weiter auszuschließen aus dem Arbeitsmarkt und damit aus der Gesellschaft?

117 000 Fachkräfte gesucht

Wirtschaft setzt auf Ältere, Frauen und Migranten

Berlin – Es wird knapp. Mehr als 117000 so genannte Mint-Fachkräfte fehlen der deutschen Wirtschaft. Damit sind Akademiker gemeint, die Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik studiert haben. Alleine im Februar hat sich die Fachkräfte-Lücke um 21 000 Personen vergrößert.

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Wer aus Politik und Wirtschaft seinen eigenen Leuten keine Chancen gibt, sich zu beweisen, hat das Recht verloren, mit Macht und Einfluss nach Veränderungen außerhalb dieses Kreises zu suchen und auch noch nach finanziellen Hilfen nachzusuchen. Blödheit darf ganz einfach so nicht mehr belohnt werden.