Vom Überlebenskampf in die Bequemlichkeit

Als unsere Urzeitvorfahren den täglichen Stress des Überlebens durchlebten, waren keine Ärzte und Spezialisten vor Ort, um die armen Männer, Frauen und Kinder in die liebevollen Arme der Wissenschaft aufzunehmen und wieder fit zu machen für den weiteren täglichen Überlebenskampf.

Von dieser Zeit in die Heutige gesehen, hat für mich die Evolution hin zur Moderne uns keinen besonderen Gefallen getan und damit meine ich nicht allein den Verlust von physischer Kraft und Durchhaltevermögen. Wir haben uns immer mehr verweichlicht, sind zu regelrechten Waschlappen degeneriert, auch wenn heute an jeder Ecke ein Fitnessstudio eröffnet. Aber dort wird auch nur an bestimmten Symptomen herum gepfuscht. Die wahre Ursache ist der unstillbare Hunger nach Bequemlichkeit, der durch Werbung und Medien fleißig befeuert wird. Ich persönlich nehme mich da nicht aus.

Als nach dem 2. Weltkrieg Kinder auf die Welt kamen, waren die meisten einfach wesentlich robuster als schon die darauffolgende Generation. Natürlich soll dass jetzt nicht heißen, wir brauchen Kriege, um uns zu regenerieren, denn Degeneration findet zu aller erst im Kopf statt. Wenn unser Denken und Handeln unterschwellig immer nur auf der Suche nach Bequemlichkeit ausgerichtet ist, so wird sich immer auch ein Weg finden, dies zu erreichen.

Wir haben inzwischen Generationen gezeugt, die schon von ihrer Elternschaft auf diesem Weg hin zur Bequemlichkeit jede Unbequemlichkeit aus dem Weg geräumt bekommt. Auf die Schnauze fallen ist da nicht mehr vorgesehen. Aber reines Verwöhnen kann eine Gesellschaft auch dezimieren, ohne dass es irgendeiner Gewalt bedarf.

15.02.2011

Stress im Job

Zahl der psychischen Erkrankungen steigt auf Rekordhoch

Ausgebrannter Arbeitnehmer (Symbolbild): Unterforderung kann auch eine Ursache sein

Ausgebrannter Arbeitnehmer (Symbolbild): Unterforderung kann auch eine Ursache sein

Vor allem jüngere Berufstätige sind betroffen: Die Zahl psychischer Erkrankungen hat laut dem DAK-Gesundheitsreport 2010 einen neuen Höchststand erreicht. Die Betroffenen sind depressiv, ausgebrannt oder haben Schmerzen ohne körperliche Ursache.

Berlin – Sie fühlen sich in ihrem Job unterfordert, sind gestresst, weil sie Kind und Beruf nicht ideal vereinbaren können oder empfinden die Bedingungen am Arbeitsplatz als belastend – und werden krank: Immer mehr Berufstätige in Deutschland fallen wegen psychischer Erkrankungen am Arbeitsplatz aus. Ihre Zahl ist laut dem DAK-Gesundheitsreport im vergangenen Jahr so stark gestiegen wie noch nie – und hat einen Rekordstand erreicht.

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Während ich hier diesen Beitrag schreibe, kommen mir natürlich auch meine eigenen Versagens-Gegebenheiten in den Sinn.

Als man mich vor neun Jahren quasi aus dem Berufsleben ‘abservierte’, fiel auch ich erst mal in ein tiefes Loch und es dauerte schon so um die 3 Jahre, bis ich wieder Boden unter den Füßen fand. Selbstmitleid war auch eine zu schöne Hängematte. Ich hatte nur das Glück, dass ich trotz der Hängematte mich nicht wirklich in dieser ausruhen konnte, denn ich hatte eine Verpflichtung übernommen, die keine Kompromisse duldete, ich hatte einen Hund, der mich forderte. Jeden Tag mindestens drei mal aus dem Haus, bei jedem Wetter, ob ich nun wollte oder nicht. Ich musste.

Aber als Vorbild bin ich trotzdem nicht geeignet, denn das würde ja heißen, jeder sollte sich einen Hund anschaffen. Es ist nur eine Variante, wie man sich selbst überlisten kann.

Der wichtigste Aspekt meiner eigenen Persönlichkeit ist mein Intellekt, mein Kopf. Dieser ist auch in bequemen Situationen ständig in Betrieb, läuft eigentlich immer auf Hochtouren, auch im Schlaf. Oft genug wache ich heute mit lebendigen Träumen auf und habe regelrecht Lust darauf, zu schreiben. Diese Art der Aufgabe habe ich selbst für mich gefunden. Natürlich werden jetzt viele fragen, ob ich davon leben kann, aber diesen Herrschaften kann ich nur erwidern, dass dies nicht wichtig ist für mich, denn wirklich wichtig ist für mich nur, dass mir niemand reinredet. Auch miese Kommentare und Kritiken können mich nicht davon abhalten, denn dass es bessere und intellektuell wesentlich höher Stehende als mich gibt, ist mir schon lange bekannt. Sowas interessiert mich am wenigsten.

Schon in wenigen Tagen wird sich mein Leben wieder total verändern, denn es werden wieder Aufgaben auf mich zukommen, die auch meine finanzielle Situation verändern werden und doch bin ich auch dabei mein eigener Boss. Ich bin jetzt 63 und habe noch immer nicht genug von Herausforderungen. Angst habe ich nur davor, zu früh abtreten zu müssen, denn ich könnte ja was versäumen, egal was.

Dass ich mit meinen Thesen zur Degeneration als ziemlich oberflächlich dastehe, ist mir bekannt, aber ich bin auch kein Wissenschaftler, sondern nur ein Mensch, der die Augen immer offen hat und diese Erfahrungen hiermit weiter gibt.