Demokratie, nur noch lästige Eigenschaft?

Von Demokratie faseln, Diktatoren stützen, diese Art der Politik wird seit Jahrzehnten vom Westen gemacht. Als ich am Sonntag in der ARD den Bericht aus Berlin anschaute und unserem Außenminister zuhören musste zu Ägypten, vermisste ich das Wort Demokratie. Erst gegen Schluss seiner Ausführungen kam es dann doch, aber so, als wäre es halt nur eine lästige Eigenschaft, die schon lange abgeschafft gehört.

Die Menschen in Nordafrika und dem nahen und mittleren Osten fordern aber nun mal diese, auch für uns wichtigste Eigenschaft des Zusammenlebens, denn die meisten Menschen in dieser Region haben wohl das Wort immer wieder mal gehört, aber erst das Internet hat dieses Wort, diesen Begriff mit Inhalt gefüllt und wir alle, die im Internet schreiben und veröffentlichen, haben winzige Puzzleteile dazu beigetragen.

Hier im Internet sind wir alle gleich, auch wenn es hier die ‘Stars’ gibt, die dann in Talkshows als die großen Cracks vorgeführt werden. Auch für diese Cracks ist Demokratie meist nur ein Wort, für die meisten dieser ‘Promis’ ist Gier nach Anerkennung und Bekanntheit und gesellschaftlicher Aufstieg und dadurch auch die entsprechenden Einnahmen der wichtigste Beweggrund. Der durchweg größte Teil der Schreiber/innen und dadurch auch Meinungsbilder braucht diesen Bekanntheitsgrad nicht und bleibt anonym.

Diese Art der Demokratie ist für die jetzt aufmuckenden Menschen besonders begreifbar, denn sie lernten sie auch auf besondere Art kennen. Während in unserer Wohlstandsgesellschaft der Kauf eines Computers heute schon als absolute Normalität gilt, ist dies in den genannten Ländern lange nicht so einfach gewesen und auch durch die Kluft von Arm und Reich nie als normal angesehen worden. Wenn nicht das Bildungsniveau in diesen Ländern wäre. Dies ist nämlich in vielen Fällen sehr hoch, auch wenn viele hier in diesem Land sich das nicht vorstellen können.

Lesen und schreiben hilft nämlich der Demokratie und Wissen ‘tanken’ ist nun mal universell.