Sie wollen ‘geliebt’ werden, …

… haben aber das Handicap, um Empathie betteln zu müssen. Geliebt wird nur, wer andere Menschen auch lieben kann. Aber davon ist die Dünnschisspartei viel zu weit entfernt. Solche Klientelparteien dürften niemals ein Bundesmandat bekommen. Der Bundestag muss für alle Bürger da sein.

FDP Die Netten von morgen

Daniel Bahr, Philipp Rösler und Christian Lindner sind die Zukunft der FDP – und wissen es auch. Sie haben aber ein Handicap: Sie wollen Westerwelle nicht stürzen.

© Fabrizio Bensch/Reuters

Zwei FDP-Jungpolitiker und ihr Parteivorsitzender: Guido Westerwelle (l.), Generalsekretär Christian Lindner (r.) und Gesundheitsminister Philipp Rösler

Zwei FDP-Jungpolitiker und ihr Parteivorsitzender: Guido Westerwelle (l.), Generalsekretär Christian Lindner (r.) und Gesundheitsminister Philipp Rösler

In den politisch so ruhigen Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr stand ihr Telefon kaum still, nicht in Hannover, nicht in Berlin und auch nicht auf Fuerteventura. Sie feilten an Formulierungen, sie bezogen andere aus ihrer Generation ein, und sie diskutierten über den Titel. »Wir werden gebraucht« klang missverständlich, zu sehr nach eigenen Ansprüchen. Und so heißt der Appell, mit dem die drei pünktlich zum Dreikönigstreffen das politische Jahr der FDP einläuten, trotzig-entschieden: Jetzt erst recht. Gemeint ist allerdings: Jetzt bitte nicht, bitte keinen Führungswechsel. Guido Westerwelle soll bleiben. Noch. »Personaldebatten lenken von der eigentlichen Aufgabe ab«, heißt es in dem Appell. »Sie gefährden den gesamten Erneuerungsprozess.« Das zweiseitige Papier soll nach Aufbruch klingen, aber es ist ein Dokument des Zauderns, verfasst von drei Männern, die bewusst auf Zeit spielen.

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Es genügt nun mal nicht, nur mit Politik und der Klientel allein im Kopf zu leben. Diesen Anspruch haben wohl viele, werden ihm aber höchst seltenst gerecht, denn immer gibt es die Verlierer in diesem Denken. Wer Solidarität einfordert, muss zuerst einmal solidaritätsfähig sein. Diese Partei kann sich so schnell aus dem Lügengeflecht, in dass sie sich verheddert hat, nicht befreien.

Keine ihrer Luftblasen konnte in der derzeitigen Koalition umgesetzt werden, außer den wenigen Hoteliers zu Anfang der Legislaturperiode. In der Gesundheitspolitik sind sie ebenso gescheitert. ‘Mehr Netto vom Brutto’ hat sich ins Gegenteil verkehrt. Von der CDU/CSU werden sie nicht mehr ernst genommen und ganz Deutschland lacht über den Totalabsturz. Ihre einstige Kernkompetenz, die Wirtschaft, wird durch eine Lachnummer vertreten und auch sonst ist mit dem bisherigen Personal nicht besonders viel Staat zu machen, außer vielleicht die Justizministerin. Die hat immerhin Sachkompetenz. Erneuerung außerhalb des Bundestages wäre da eine wunderbare Therapie und möglicherweise sogar erfolgreich.