Ganz Deutschland "jubelt" …

… aber nicht über das ‚unglaubliche‘ Abschneiden bei der PISA-Studie. Wer so leicht zufrieden zu stellen ist, hat sich in Politik und Gesellschaft disqualifiziert.

Deutsche Schüler legen bei PISA zu

vor 1 Std. 26 Min.
Knapp zehn Jahre nach dem PISA-Schock haben sich die Leistungen deutscher Schüler bei dem Schultest klar verbessert. In der von der OECD in Berlin vorgestellten vierten Auflage der Studie schnitt Deutschland in allen Bereichen besser ab. Im Lesen sind die Schüler allerdings im internationalen Vergleich weiter nur mittelmäßig, während sie in Mathe und Naturwissenschaften überdurchschnittliche Leistungen erzielen.

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„Deutschland ist aus der zweiten in die erste Liga aufgestiegen“, sagte der Leiter des deutschen Büros der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Heino von Meyer. Von der Champions League sei die Bundesrepublik aber noch „weit entfernt“. Die erste PISA-Studie vor knapp zehn Jahren hatte wegen des mittelmäßigen Abschneidens deutscher Schüler den PISA-Schock ausgelöst.
Viele der Experten in den Medien und den Ministerien offenbaren sich in der Öffentlichkeit als Nebelkerzenwerfer, um ja nicht wieder die Schockreaktionen von vor 9 Jahren zu provozieren. Nur nach außen hin geben sich die Politiker besonders optimistisch, hinter den Kulissen wird schnell wieder beruhigt, dass die Klientel nur ja keine Angst haben muss, dass ihnen der Geldhahn zugedreht wird. Denn der Klientel ist Bildung viel zu unwichtig, die braucht ‚dumme‘ Sklaven, die sie nach belieben rumschubsen kann. Und Lehrer besser bezahlen, kommt für dieses Gesocks schon gar nicht in Frage.
Pisa 2010

Am Lehrer hängt doch alles

Zehn Jahre nach dem ersten Weckruf scheiden deutsche Schülerinnen und Schüler bei den Tests wieder besser ab. Erfolgreich sind Schulsysteme, wenn die Leistungen der Pädagogen angemessen gewürdigt werden, betont die OECD.
Deutschland atmet auf, doch die GEW sieht keinen Grund zur Euphorie.
Deutschland atmet auf, doch die GEW sieht keinen Grund zur Euphorie.
Foto: dpa
Deutschlands Schüler holen langsam auf und rücken im internationalen Vergleich weiter nach vorn. In der am gestrigen Dienstag in Berlin veröffentlichten neuen Pisa-Studie 2009 gelangten die deutschen 15-Jährigen mit ihren Leseleistungen auf Platz 16 unter 34 Staaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Vor neun Jahren war es noch Platz 21. Mittlerweile liegt das Land beim Lesen im Mittelfeld – ist aber von den Spitzenreitern Korea, Finnland, Kanada sowie den chinesischen Regionen Shanghai und Hongkong noch weit entfernt.

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AlterKnacker

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Ein Mensch, der denkt und schreibt. Nicht immer lustig, aber das Leben ist ja auch kein Beliebtheitswettbewerb.