Die Wolke wird schwarz

Eigentlich war die Cloud-Computing-Wolke für jeden einzelnen Computernutzer schon immer dunkelgrau, jetzt, nach der ‘Wikileaks-Affäre’ wird sie dunkelschwarz und ist fast schon bereit, als geopolitisches Gewitter auf jedermann hernieder zu prasseln. Nicht alles, was sich Entwickler in der High-Tech-Industrie so ausdenken, ist ein Segen für den einzelnen Nutzer.

Wikileaks

Amazons Rauswurf nährt die Zweifel an der Cloud

Die Enthüllungsplattform Wikileaks verliert einen amerikanischen Partner nach dem anderen und ist auf andere Länderadressen ausgewichen. Die Vorgänge könnten Zweifel bei anderen Unternehmen schüren.

Von Roland Lindner

03. Dezember 2010

Die Enthüllungsplattform Wikileaks verliert einen Partner nach dem anderen aus der amerikanischen Internetbranche und sieht sich zu Ausweichmanövern gezwungen, um erreichbar zu bleiben. Nachdem der amerikanische Internetkonzern Amazon die Plattform aus seinen Rechenzentren verbannt hat, hat ihr nun der Dienstleister Everydns.net ihre Internetadresse „wikileaks.org“ entzogen. Wikileaks war vom späten Donnerstag Abend amerikanischer Zeit nicht mehr über diese Adresse erreichbar, sondern nur noch über die zugrundeliegende IP-Adresse, also einen weniger leicht merkbaren zwölfstelligen Zahlencode.

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Aber nicht allein Wikileaks ist davon betroffen, die viel schlimmeren Geier sitzen in den jeweiligen Regierungen und wollen endlich zum großen Schlag gegen das Internet ausholen. Je mehr sie vermeintliche Angst schüren können, umso mehr Macht können sie im Endeffekt anhäufen. Wenn allein die Politik das Internet regiert, dann ist der Willkür Tür und Tor geöffnet und eine ‘Internet-Prohibition’ ist nicht gerade die Zukunft, die ich mir vorstelle. Schon die Einführung der ‘Cloud’ hat so etwas abgezeichnet.

05.12.2010

Datenschutz im Netz

Schwarz und Gelb rüsten zum IT-Showdown

Minister Leutheusser-Schnarrenberger und de Maizière: Uneins über Datenschutzregeln

Minister Leutheusser-Schnarrenberger und de Maizière: Uneins über Datenschutzregeln

Mehr Rechte für Internetnutzer und ein vollkommen neuer Datenschutz: Zwei Tage vor dem IT-Gipfel der Bundesregierung drängen Politiker von Union und FDP auf eine grundlegende Reform der Informationsgesetze. Viele Ideen hören sich gut an – doch kaum eine ist neu.

Hamburg/Berlin – In der schwarz-gelben Koalition ist die Debatte über Datenschutz im Internet voll entbrannt. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) fordert – einmal mehr – eine umfassende Modernisierung der bestehenden Gesetze. In einem Gastbeitrag für das “Hamburger Abendblatt” (Montagausgabe) schreibt sie: “Die Debatten über Bewertungsportale wie Spickmich, soziale Netzwerke wie Facebook und Geodatendienste wie Google Street View haben gezeigt, dass das Datenschutzrecht grundlegend erneuert werden muss.” Eine gesetzliche Regelung dürfe sich deshalb nicht auf einzelne Aspekte und Angebote im Internet beschränken.

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Noch hat der einzelne Nutzer es selbst in der Hand, was er mit seinem Computer anstellt, wie viel er von sich preisgibt, wie er seine Interessen und Meinungen verbreitet. Wenn man die Polit-Geier jetzt nicht bremst, dann haben wir alle wieder ein beschissenes Terminal und das freie Internet kann seine Pforten schließen, denn auf Hacker will ich mich nicht verlassen müssen.