AlterKnacker`s Presseschau Nr.28

‘Vogelwuid’(1) die Berichterstattung aus dem Land der unmöglichen Möglichkeiten. Barack Obama, das personifizierte Böse, wird von Teebeuteln an ein Kreuz genagelt und die Verursacher der Krise werden als die Heilsbringer gefeiert. Und dies alles ist mit einer Schockstarre nicht mehr zu erklären, ‘Gottes’ eigenes Volk ist von allen guten Geistern verlassen.

Nur ein kleiner Vorgeschmack von der FTD

“Washington Post”: “Präsident Obama hat den Republikanern in den vergangenen zwei Jahren gestattet, die Inhalte der politischen Debatte zu bestimmen und die Kampflinie dort zu ziehen, wo es ihnen gefiel. Weder er noch seine Partei dürfen das weiter zulassen. Die Demokraten wären verrückt, wenn sie sich selbst nun in eine fruchtlose Debatte darüber stürzen würden, ob ihre Probleme daher rühren, dass sie ihre Basis nicht ausreichend mobilisieren konnten oder dass sie nicht genügend Unterstützung aus der politischen Mitte gewonnen haben. Fest steht, die Demokraten haben moderate Wähler festhalten können, während sie unabhängige Wähler verloren haben. Was sie am meisten schmerzt, ist dieser brutale Fakt: Wähler unter 30 Jahren bildeten bei der Wahl 2008 noch 18 Prozent der gesamten Wählerschaft – dieses Mal waren es Umfragen zufolge nur halb so viele. Dieses Wahlergebnis wurde von einer wesentlich älteren und konservativeren Wählerschaft geprägt. Ja. Es gab ein Begeisterungsloch.

Als wenn Begeisterung ein Maßstab für gute Politik sein könnte. Auch so eine kindliche Phantasie der amerikanischen Wähler.

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US-Kongresswahlen

Obama verlangt überparteiliche Zusammenarbeit

Barack Obama übernimmt die Verantwortung für die Wahlschlappe seiner Partei. Nun appelliert der US-Präsident an die Republikaner, die Kämpfe der Vergangenheit zu beenden.

© Larry Downing/Reuters

Obama während seines Statements nach den verlorenen Kongresswahlen

Obama während seines Statements nach den verlorenen Kongresswahlen

In seiner ersten Stellungnahme zur Niederlage der Demokraten bei den Kongresswahlen hat US-Präsident Barack Obama eigene Fehler eingeräumt und die Verantwortung für die schleppende Wirtschaftserholung in den USA übernommen. Er bekenne sich zur “direkten Verantwortung für die Tatsache, dass wir nicht so viel Fortschritt gemacht haben, wie es nötig gewesen wäre”, sagte er bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. “Ich werde einen besseren Job machen müssen, genauso wie alle anderen in Washington auch.”

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(1) Bayerischer Ausdruck für “nicht sehr angenehm”, wuid=wild