‘Wir’ Blogger und Online-Zeitungen waren es nicht, …

…wir haben mit dem Ende von Traditionsblättern wie Bayern-Kurier und Rheinischer Merkur nichts zu tun.

Beim Bayern-Kurier fehlen nun einmal ein Franz-Josef Strauß oder auch ein Herr Wilfried Scharnagl, diese Schlachtrösser haben das Blatt am Leben gehalten. Partei-Organe brauchen nun mal solche Feuerspeier, um gelesen und auch gehört zu werden.

SPIEGEL ONLINE

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21. September 2010, 17:53 Uhr

Kreisverbände gegen Parteiorgan

CSU-Gremien wollen “Bayernkurier” einstellen

Schlechte Zeiten für organisationsabhängige Medien: Erst muss der katholische “Rheinische Merkur” dran glauben, jetzt wollen zwei CSU-Kreisverbände dem traditionsreichen “Bayernkurier” an den Kragen. Statt die Mitgliedsbeiträge zu erhöhen, solle die CSU-Spitze lieber die Parteizeitung opfern.

Kloster Banz/Bonn – Zwei CSU-Kreisverbände fordern die Einstellung der traditionsreichen – und offenbar auch kostspieligen – Parteizeitung “Bayernkurier”. In ihrem Antrag für den CSU-Parteitag Ende Oktober argumentieren die “Bayernkurier”-Kritiker, dass bei dem von Franz Josef Strauß gegründeten Parteiorgan Aufwand und Nutzen in keinem Verhältnis mehr stünden. Antragsteller sind die Kreisverbände Hof-Land und Lichtenfels.

“Das kam aus der Mitte der Mitglieder”, bestätigte der Lichtenfelser Kreisvorsitzende und CSU-Innenexperte Christian Meißner am Dienstag am Rande der Herbstklausur in Kloster Banz nach Angaben aus Parteikreisen. Grund der Forderung ist, dass die CSU-Spitze die Mitgliedsbeiträge erhöhen will. Dagegen regt sich Widerstand an der Basis. Die Parteizeitung feierte in diesem Jahr ihr 60-jähriges Bestehen.

Noch früher, nämlich 1946, war der “Rheinische Merkur” gegründet worden – am Dienstag gab die katholische Bischofskonferenz bekannt, dass die Wochenzeitung als eigenständiges Blatt eingestellt werde. Die Abonnenten sollen zukünftig mit einer sechsseitigen Beilage der “Zeit” beliefert werden.

Pikanterweise bot der Verlag der national-konservativen Wochenzeitung “Junge Freiheit” der Bischofskonferenz derweil Gespräche über eine Übernahme an. Der Chefredakteur Dieter Stein kritisierte, es sei ein “Skandal”, dass konservative Leser nun auf die “Zeit” angewiesen seien, die aus ihrer Gegnerschaft gegenüber der Kirche selten einen Hehl mache.

Die evangelische Wochenzeitung “Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt” war schon im Jahre 2000 eingestellt worden und durch die Magazinbeilage “Chrismon” ersetzt worden. Und schon 1989 wurde die Erscheinungswesen des SPD-Parteiorgans “Vorwärts” von wöchentlich auf monatlich umgestellt.

feb/dpa